Erstmals seit Jahren Stellenabbau bei Zeiss Meditec geplant
Nach jahrelangem Aufwärtstrend steht der Medizintechnik-Konzern Carl Zeiss Meditec vor Problemen – vor allem in China. Jobabbau und die Verlagerung von Produktion und Forschung könnten die Folge sein.
Jena (dpa) - Der Medizintechnikkonzern Carl Zeiss Meditec will angesichts der Probleme in seinem wichtigen China-Geschäft seine Kosten senken. Von den Einsparungen könnten in den nächsten drei Jahren bis zu 1.000 Stellen weltweit betroffen sein, teilte das börsennotierte Thüringer Unternehmen bei der Vorlage von Halbjahreszahlen in Jena mit. Gleichzeitig würden neue Stellen entsprechend dem Bedarf geschaffen, sodass der Arbeitsplatzabbau letztlich geringer ausfallen dürfte.
Der Augenheilkundespezialist will Teile seines Geschäfts in kostengünstigere Länder verlagern, auch die Lieferketten im Einkauf sollen optimiert und weniger profitable Produkte aus dem Programm genommen werden. Konkrete Entscheidungen zu einzelnen Standorten und Bereichen seien noch nicht getroffen worden, teilte ein Unternehmenssprecher auf Anfrage mit. Auch Gespräche mit der Arbeitnehmervertretung stünden noch aus. Angestrebt werden Ergebnisverbesserungen von etwa 200 Millionen Euro pro Jahr bis 2028/29.
Ertrag des Konzerns eingebrochen
Wie zu Jahresbeginn angekündigt, soll die Produktion in China gestärkt werden, aber auch Kapazitäten in Asien außerhalb Chinas würden aufgebaut. Zudem werde die Verlagerung von ausgewählten Aufgaben im Bereich Forschung und Entwicklung geprüft.
Nach einem bereits schwachen Jahresstart hatte Carl Zeiss Meditec weitere Umsatz- und Gewinneinbußen zu verkraften. Im ersten Halbjahr des Geschäftsjahres lagen die Erlöse mit 991,0 Millionen Euro 5,7 Prozent unter Vorjahresniveau. Das Konzernergebnis sank im Vergleich zum Vorjahreszeitraum von 60,5 Millionen Euro auf 13,3 Millionen Euro. Meditec gehört zum Zeiss-Konzern mit Hauptsitz in Oberkochen (Baden-Württemberg).
China bisher wichtiger Umsatzpfeiler
Für das Geschäftsjahr 2025/26, das bis Ende September läuft, soll der Umsatz bei 2,15 bis 2,2 Milliarden Euro liegen - das wäre ein Rückgang um bis zu 3,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.
Die Carl Zeiss Meditec AG gehört zu den umsatzstärksten Industrieunternehmen in Ostdeutschland. Beschäftigt werden im In- und Ausland rund 5.800 Mitarbeiter, darunter mehr als 2.400 in Deutschland. Produziert werden Laser, OP-Mikroskope, Geräte sowie künstliche Linsen zur Behandlung von Augenerkrankungen. Allein China sorgte in der Vergangenheit für etwa ein Viertel des Umsatzes des Unternehmens, das auf Geräte und Materialien für die Augenheilkunde spezialisiert ist.