Deutsche Bank: Erste Hauptversammlung in Präsenz seit 2019
Aktionäre fordern es schon lange, nun folgt Deutschlands größtes Geldhaus dem Beispiel anderer Konzerne. Bei der ersten HV in Präsenz seit Jahren geht es auch um die Zukunft des Aufsichtsratschefs.
Frankfurt/Main (dpa) - Erstmals seit dem Vor-Corona-Jahr 2019 lädt die Deutsche Bank ihre Aktionärinnen und Aktionäre wieder in Präsenz zur Hauptversammlung. Bei dem Aktionärstreffen an diesem Donnerstag (10.00 Uhr) in Frankfurt stellt sich der seit vier Jahren amtierende Aufsichtsratsvorsitzende Alexander Wynaendts zur Wiederwahl. Im Fall seiner Bestätigung durch die Hauptversammlung will der Aufsichtsrat des Dax-Konzerns den Niederländer erneut zu seinem Vorsitzenden wählen.
Die Anteilseigner werden zudem um Zustimmung dafür gebeten, die Kontrolleure besser zu bezahlen. Nach Auffassung der Bank ist die bisherige Vergütung der Aufsichtsräte «nicht mehr wettbewerbsfähig». Daher soll die feste jährliche Grundvergütung für Aufsichtsratsmitglieder von 300.000 Euro auf 350.000 Euro angehoben werden. Der Vorsitzende des Kontrollgremiums soll statt 950.000 Euro künftig 1,15 Millionen Euro erhalten, sein Stellvertreter 550.000 Euro und damit 75.000 Euro mehr als bisher.
Verdi will die Hauptversammlung nutzen, um ihren Forderungen in der Tarifrunde für die zum Deutsche-Bank-Konzern gehörende Postbank Nachdruck zu verleihen: Die Gewerkschaft hat zu einer Protestdemonstration auf dem Frankfurter Messegelände aufgerufen.