DGB: Auch Auftraggeber in der Verantwortung
Gräfenhausen (dpa/lhe) - Angesichts des erneuten Streiks von osteuropäischen Fernfahrern auf der Raststätte Gräfenhausen in Südhessen betont der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) die Verantwortung großer Unternehmen. «Es sind am Ende nicht nur die staatlichen Behörden, sondern auch die Auftraggeber, die in der Pflicht sind», sagte der DGB-Vorsitzende von Hessen-Thüringen, Michael Rudolph, am Mittwoch bei einem Besuch vor Ort. «Ich erwarte von den Auftraggebern, dass sie auch kontrollieren, dass gesetzliche Bestimmungen eingehalten werden.» Bei Beanstandungen sollten sie keine Aufträge mehr an entsprechende Logistikunternehmen vergeben.
Das deutsche Lieferkettengesetz legt seit Anfang des Jahres großen Firmen bestimmte Sorgfaltspflichten auf. Dazu zählt das Verbot der Ungleichbehandlung von Beschäftigten und die angemessene Entlohnung gemäß des vor Ort geltenden Mindestlohns.
Hintergrund für den Streik an der A5 sind Lohnforderungen der unter anderem aus Georgien, Usbekistan und Tadschikistan stammenden Fahrer an ihre polnische Spedition. In Gräfenhausen hatten bereits im April rund 60 Fahrer desselben Unternehmens wochenlang gestreikt, um Lohnzahlungen durchzusetzen.