Die Stechmückenjäger bleiben nach dem Regen auf der Pirsch
Nach Wochen der Trockenheit bringt Niederschlag neue Einsatzorte für die Experten. Entscheidend ist, wo sich das Wasser sammelt und sich damit die Larven der kleinen Blutsauger entwickeln können.
Speyer (dpa) - Nach den jüngsten Regenfällen stellt sich die Kommunale Aktionsgemeinschaft zur Bekämpfung der Schnakenplage (Kabs) auf kleinere Einsätze am Oberrhein ein. Der Wasserstand erhole sich zwar langsam, große Hochwasserwellen seien aber vorerst unwahrscheinlich, sagte eine Sprecherin. Dafür sei der Rheinwasserstand zuletzt zu stark gefallen. In der Kabs arbeiten Kommunen aus Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg und Hessen zusammen.
Rhein erholt sich nur langsam
Wahrscheinlicher seien sporadische Einsätze nach lokalem Starkregen, hieß es. Dann könnten vor allem überschwemmte Regenrückhaltebecken in den Fokus rücken. Auch Schwemmzonen kleinerer Zubringerflüsse und Bäche könnten betroffen sein. Dort könnten sich nach den Niederschlägen neue Brutstätten für Stechmücken bilden. Die Kabs beobachte die Situation genau.
Starkregen schafft neue Brutstätten
Mit einer schnellen Rückkehr zu großen Rhein-Hochwasserflächen sei nicht zu rechnen. Auch bei den Grundwasserständen dürfte sich die Trockenheit lange bemerkbar machen. «Bis sich die Grundwasservorräte erholen, könnten Monate vergehen.» Wie schnell dies geschehe, hänge auch vom kommenden Winter ab.
Bei einem trockenen Winter könnten die Folgen der Sommertrockenheit bis ins Frühjahr reichen. Ein nasser Winter könnte dagegen für Erholung sorgen.
Bis September auf der Hut
Wie stark die Stechmückenpopulation in den kommenden Wochen zunehme, lasse sich schwer abschätzen. Entscheidend sei die weitere Wetterentwicklung - und insbesondere die Frage, wo neuer Starkregen für Brutstätten sorge. Die Stechmückenjäger bleiben in den kommenden Wochen aktiv - bis in den September hinein seien Einsätze zur Stechmückenbekämpfung vorgesehen.
Die Arbeit der Kabs - einem als gemeinnützig anerkannten Verein mit Sitz in Speyer - ist aufwendig: Am Boden schlagen sich die Experten durch dichtes Unterholz, viele Brutstätten werden aber auch aus der Luft behandelt. Von einem Helikopter aus verteilt die Kabs den Wirkstoff Bti gegen Larven. Dirk Reichle ist als Wissenschaftlicher Direktor unter anderem für die Gesamtleitung und Organisation der Stechmückenbekämpfung zuständig.