Drogenhandel im Darknet: Verdächtiger an USA ausgeliefert
Frankfurt/Washington/Wien (dpa) - Ein 33 Jahre alter mutmaßlicher Betreiber der für Drogenhandel genutzten Darknet-Plattform «Monopoly Market» ist am Montag aus Österreich an die USA ausgeliefert worden. Der Auslieferung und der Festnahme des Verdächtigen im November vergangenen Jahres waren umfangreiche Ermittlungen unter Leitung der Zentralstelle zur Bekämpfung der Internetkriminalität (ZIT) bei der Frankfurter Generalstaatsanwaltschaft vorangegangen. Wie ein ZIT-Sprecher am Montag berichtete, wird dem Mann in den USA das illegale Betreiben einer kriminellen Handelsplattform im Darknet sowie «Verschwörung» zur Geldwäsche vorgeworfen.
Die Kriminalpolizei im niedersächsischen Oldenburg hatte bereits im November 2021 in enger Zusammenarbeit mit der US-Behörde FBI die Ermittlungen gegen «Monopoly Market» aufgenommen. Dieser Marktplatz bestand nach Angaben der Ermittler seit Mitte 2019. Bereits einen Monat nach Beginn der Ermittlungen konnte die Plattform mit Hilfe der finnischen Polizei gesichert und abgeschaltet werden. Die dabei gewonnenen Informationen wurden für die Ermittlungen gegen den mutmaßlichen Betreiber des Marktplatzes genutzt.
Der Mann habe versucht, seine Finanzströme durch Nutzung verschiedener Kryptowährungen und Finanzagenten zu verschleiern, so ein ZIT-Sprecher am Montag. Dem FBI sei es jedoch gelungen, diese Zahlungswege nachzuvollziehen und die Identität des Beschuldigten zu ermitteln. Bei der Festnahme des Mannes in Wien seien in seiner Wohnung und seinem Auto zahlreiche elektronische Geräte und Bargeld sichergestellt worden.
Nach Angaben der Ermittler waren auf dem Monopoly Marktplatz zuletzt weltweit 403 Verkäuferaccounts aktiv, die an insgesamt mehr als 130.000 Verkäufen beteiligt waren. Über die gesamte Laufzeit des Marktplatzes wurden umgerechnet rund 17,3 Millionen Euro umgesetzt.