Turnen

DTB-Jubiläum: «Vorturner» auch bei politischen Themen

Den Deutschen Turner-Bund gibt es jetzt seit bereits 175 Jahren. Der Festakt in Frankfurt ist geprägt von aktuellen Themen des Spitzensports.

Frankfurt/Main (dpa) - Der Angriffskrieg Russlands gegen die Ukraine hat auch die Feier zum 175-jährigen Bestehen des Deutschen Turner-Bundes am Sonntag in der Frankfurter Paulskirche überschattet. Bundesinnenministerin Nancy Faeser betonte in ihrem Festvortrag, dass die «Vorturner» mit ihrem Streben nach Freiheit und Demokratie schon immer ihrer Zeit voraus gewesen seien und auch heute noch «klare Haltung» beziehen würden. Damit bezog sich die SPD-Politikerin darauf, dass sich der DTB weiterhin gegen die Teilnahme russischer Sportlerinnen und Sportler an internationalen Wettkämpfen und Meisterschaften ausspricht.

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Am 3. April 1848 war der heute mit fast fünf Millionen Mitgliedern zweitgrößte Sportfachverband auf Initiative von August Schärttner in Hanau gegründet worden. «Leben in Freiheit und Demokratie ist keine Selbstverständlichkeit und muss immer wieder neu erarbeitet werden», sagte DTB-Präsident Alfons Hölzl. Der Verband, der mit seinen zahlreichen Ehrenamtlichen in den Vereinen für bürgerschaftliches Engagement stehe, bewege mit seinen 23 Sportarten Jung und Alt und setze sich mit seinem vielfältigen Angebot aus Kinderturnen sowie Freizeit- und Gesundheitssport «flächendeckend in allen Kommunen für die Verbesserung der Lebensqualität mit und durch Sport ein». Zudem finde sich unter dem Dach auch Spitzensport, darunter die olympischen Disziplinen Kunstturnen, Rhythmische Sportgymnastik und Trampolinturnen.

In dem Zusammenhang hob Faeser die vorbildliche Rolle des vom Bund jährlich mit drei Millionen Euro geförderten DTB in Sachen Kulturwandel hervor. Gemeinsames Ziel müsse es sein, deutsche Athleten zu Spitzenleistungen zu führen, «aber nicht um jeden Preis». Ihr Ministerium richte im Mai eine unabhängige Anlaufstelle und im Sommer ein Zentrum für «Safe Sport» ein. Hölzl würde sich noch mehr Engagement wünschen: «Die uns anvertrauten Turnerinnen beginnen in sehr jungem Alter», sagte der 54-Jährige. «Wenn wir es mit Kindeswohl und Verantwortung ernst nehmen, benötigen wir mehr Stützpunkte in Wohnungsnähe.»