Geschäft mit der Antike

Ermittler zerschlagen Netzwerk mutmaßlicher Raubgräber

Bronzezeitliche Schätze, mittelalterliche Münzen, alte Waffen – Ermittler stoppen ein internationales Netzwerk, das Kulturgüter aus Deutschland, Österreich und Spanien illegal verkauft haben soll.

Ermittler zerschlagen Netzwerk mutmaßlicher Raubgräber. (Foto-Handout) Foto: Dettenmeyer/SDMG/dpa
Ermittler zerschlagen Netzwerk mutmaßlicher Raubgräber. (Foto-Handout)

Stuttgart (dpa/lsw) - Grabbeigaben aus der Bronzezeit, mittelalterliche Münzen oder alte Tongefäße: Ermittlern ist ein Schlag gegen ein internationales Netzwerk von mutmaßlichen Raubgräbern gelungen, die illegal erlangte archäologische Kulturgüter verkauft haben sollen. Bereits am Mittwoch wurden Wohn- und Geschäftsräume in Baden-Württemberg, Bayern, Hamburg, Rheinland-Pfalz sowie Niederösterreich durchsucht, wie das Landeskriminalamt und die Staatsanwaltschaft in Stuttgart mitteilten. In einem Gebäude wurden zudem historische Schusswaffen sichergestellt.

Es werde gegen mehrere Personen ermittelt. Die genaue Anzahl der Beschuldigten konnte ein Sprecher zunächst nicht nennen. Sie stehen im Verdacht insbesondere gegen das Kulturgutschutzgesetz verstoßen zu haben. Dieses verbietet das Inverkehrbringen und den Handel von Kulturgut, wenn dieses ohne behördliche Genehmigung geborgen oder unrechtmäßig erlangt wurde. Es bestehe der Verdacht, dass das Netzwerk über einen längeren Zeitraum hinweg systematisch archäologische Kulturgüter illegal geborgen und gewerbsmäßig in den Handel eingebracht habe, teilten die Behörden weiter mit.

Raubgrabungen in Deutschland, Österreich und Spanien

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Impressum

Die mutmaßlichen Raubgräber sollen gezielt archäologisch bedeutsame Fundorte in Deutschland, Österreich und Spanien aufgesucht haben, um dort mit Metalldetektoren und teilweise auch durch Unterwassererkundungen Kulturgüter illegal zu bergen. Beim Landeskriminalamt Baden-Württemberg gibt es Experten, die sich gezielt mit Kunstkriminalität befassen.

Auf die Spur der mutmaßlichen Täter kamen die Ermittler des Landeskriminalamts Baden-Württemberg im Juni 2025. Bei zwei Männern sei damals eine Vielzahl archäologischer Objekte sichergestellt worden, darunter befanden sich nach einer ersten Einschätzung auch bedeutsame Kulturschätze. Details wurde nicht genannt. 

Das Landeskriminalamt erklärte: «Illegale Sondengänge und Raubgrabungen sind keine harmlose Freizeitbeschäftigung.» Wer ohne Genehmigung gezielt nach archäologischen Objekten suche und diese an sich nehme oder veräußere, begehe eine Straftat.