Nach Disco-Brand: Ermittler können Ruine nicht betreten
750 Gäste retteten sich in Kehl aus einer brennenden Disco. Wie steht es um die Ermittlungen zur Brandursache?
Kehl (dpa/lsw) - Nach dem Brand einer Disco in Kehl können die Kriminaltechniker den Brandort weiter nicht betreten. Die Untersuchungen zur Brandursache stehen daher noch aus, wie eine Sprecherin der Polizei sagte. Durch die Größe des Areals und den schlechten Zustand der Halle müsse der Brandort für die Begehung noch vorbereitet werden. Wann die Kriminaltechniker den Brandort begehen können, sei bislang unklar.
Von der Polizei wurde ein Portal zum Einreichen von Hinweisen eingerichtet. Ob sich darüber bereits neue Erkenntnisse zur Brandursache ergeben haben, dazu gab die Sprecherin keine Auskunft. Als Auslöser des Feuers wurde Pyrotechnik in Form von funkensprühenden Partyfontänen nicht ausgeschlossen, wie die Polizei zuvor bestätigt hatte. Es würden auch Videos geprüft, die aus der Nacht des Brandes stammen sollen und auf denen solche Fontänen zu sehen seien.
750 Menschen konnten sich ins Freie retten
Bei dem Brand in Kehl am frühen Sonntagmorgen hatten sich 750 Menschen aus der Halle selbst in Sicherheit bringen können, niemand wurde schwerer verletzt. Nach Angaben der Polizei entstand nach ersten Schätzungen ein Schaden im unteren einstelligen Millionenbereich. Das Feuer hatte sich über beide Stockwerke des Betriebes unweit der französischen Grenze erstreckt und das gesamte Gebäude zerstört.
Erst vor drei Monaten war in einem Schweizer Club in der Silvesternacht ein verheerendes Feuer ausgebrochen. Dort hatten Partyfontänen Schaumstoff an der Decke in Brand gesetzt und einen Brand ausgelöst, bei dem 41 Menschen ums Leben kamen. Diese Katastrophe in Crans-Montana beschäftigt noch immer die Öffentlichkeit und die Behörden in der Schweiz. Infolge des Unglücks darf ab dem 1. April in öffentlich zugänglichen Räumen landesweit keine Pyrotechnik mehr gezündet werden.