Vorfall in Fußgängerzone

Fahrer nach Irrfahrt in Hessen weiter in kritischem Zustand

Auch drei Tage nach der Autofahrt durch eine Fußgängerzone im nordhessischen Hofgeismar ist der Fahrer in kritischem Zustand. Was die Polizei zu Unfallhergang und Sachschaden sagt.

Bei der Irrfahrt wurden acht Passanten leicht verletzt. (Archivbild) Foto: Florian Wiegand/dpa
Bei der Irrfahrt wurden acht Passanten leicht verletzt. (Archivbild)

Hofgeismar (dpa) - Nach der Autofahrt in einer Fußgängerzone im nordhessischen Hofgeismar ist der Fahrer nach Angaben der Polizei weiter in einem kritischen gesundheitlichen Zustand. Ursache für die Irrfahrt mit acht leicht verletzten Passanten war nach Erkenntnissen der Polizei ein medizinischer Notfall.

Vier der Verletzten waren vorsorglich ins Krankenhaus gebracht worden, da sie Schürfwunden, Prellungen oder Schocks davongetragen hatten. Nach Angaben einer Polizeisprecherin hatten alle das Krankenhaus noch am selben Tag wieder verlassen. 

Bei dem Vorfall sei nach bisherigen Schätzungen ein Schaden von rund 40.000 Euro entstanden, sagte die Sprecherin. Neben dem Wagen des 68 Jahre alten Autofahrers waren noch ein weiteres Fahrzeug sowie Schaufensterscheiben, Warenständer vor Geschäften und ein Laternenmast beschädigt worden. 

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Mehrere hundert Meter lange Irrfahrt

Zeugenaussagen zufolge habe der Autofahrer an einem Zebrastreifen zunächst angehalten. Als ein anderer Autofahrer an ihm habe vorbeifahren wollen, sei der Mann nach bisherigen Erkenntnissen mit hoher Geschwindigkeit in die Fußgängerzone eingefahren. Dabei sei er auch mit dem anderen Wagen kollidiert, sagte die Polizeisprecherin. Nach einer mehrere hundert Meter langen Irrfahrt war das Fahrzeug des 68-Jährigen schließlich gegen ein Kaufhaus-Schaufenster geprallt. Passanten hatten bei dem Mann in seinem Auto Erste Hilfe geleistet.

Hessens Innenminister Roman Poseck (CDU) hatte bereits am Freitag deutlich gemacht, dass er keine vorsätzliche Tat sieht. «Nach allen mir vorliegenden Informationen ist in Hofgeismar von einem tragischen Unfallgeschehen infolge eines medizinischen Notfalls auszugehen», hatte er erklärt. Seine Gedanken seien bei den Verletzten «und denjenigen, die durch den Vorfall in Angst und Schrecken versetzt wurden. Ich wünsche ihnen, dass sie schnell und vollständig genesen», so der Minister, der sich auch bei den Einsatzkräften bedankte.

Der Vorfall hatte in der Kleinstadt mit knapp 16.000 Einwohnern im Landkreis Kassel große Aufregung ausgelöst. Laut Hauptamtsleiter Chris Dworak war sofort die Frage aufgekommen, welchen Hintergrund der Vorfall haben könnte.