Firmennetzwerk für Cannabis-Schmuggel aufgebaut?
Drogen aus Übersee: Bei Ermittlungen gegen elf Beschuldigte hat es auch eine Festnahme gegeben. Parallel läuft ein Verfahren gegen eine andere Gruppe, die ähnlich vorgegangen ist.
Wiesbaden (dpa) - Bei Ermittlungen gegen eine mutmaßliche Drogenbande sind am Dienstag 15 Objekte in Nordrhein-Westfalen, Hessen und Bulgarien durchsucht worden. Dabei wurde ein Beschuldigter festgenommen, wie das Bundeskriminalamt in Wiesbaden mitteilte. Er soll einem Ermittlungsrichter in Dinslaken vorgeführt werden.
Zudem seien eine scharfe Schusswaffe, 20.000 Euro Bargeld und Betäubungsmittel sichergestellt worden. Den insgesamt elf Beschuldigten verschiedener Nationalitäten im Alter zwischen 26 und 63 Jahren wird vorgeworfen, mit Cannabis gehandelt zu haben. Sie sollen dazu ein Firmennetzwerk aufgebaut haben, «um darüber erhebliche Mengen an Rauschgift aus Südamerika und Thailand auf dem See- und Luftweg illegal nach Deutschland einzuführen», hieß es.
Ähnlicher Vorgehensweise bei weiterer Gruppe
Zudem werde das Netzwerk verdächtigt, mehrere Millionen Euro bislang ungeklärter Herkunft ins Ausland transferiert zu haben, so das Bundeskriminalamt. Kriminelle Gruppierungen reagierten fortlaufend auf polizeiliche Maßnahmen. «Dabei missbrauchen sie legale Strukturen und passen Einfuhrwege und Transportmodi an, um sich dem Zugriff nationaler Behörden zu entziehen.»
Ebenfalls am Dienstag waren in einem sehr ähnlichen Fall 27 Wohn- und Geschäftsräume in Hessen, Nordrhein-Westfalen und den Niederlanden durchsucht und drei Tatverdächtige festgenommen worden. Laut Bundeskriminalamt handelt es sich um ein gesondertes Verfahren gegen eine parallel agierende Gruppierung mit Schwerpunkt in Hessen. Ihnen wird eine ähnliche Vorgehensweise vorgeworfen – sie sollen damit aber Kokain eingeführt haben.