Fußball

Eintracht erhält Auftrieb für Sofia-Spiel

Eintracht Frankfurt bekommt durch das späte 1:1 bei Mainz 05 Auftrieb für den Kampf um den Einzug in die Gruppenphase der Conference League gegen Lewski Sofia. Für Mainz ist das Remis bitter.

Mainz (dpa) - Es war ein Unentschieden mit einem Gewinner und einem Verlierer. «Nach dem Spiel fühlt es sich für uns gut an, weil wir in Unterzahl noch den Ausgleich erzielt haben», sagte Eintracht Frankfurts Abwehrspieler Robin Koch nach dem 1:1 (0:1) in der Nachspielzeit des Rhein-Main-Derbys am Sonntag beim FSV Mainz 05. Mit Glück habe das nichts zu tun: «Es zeugt von einer guten Mentalität.» Torschütze Omar Marmoush jedenfalls war happy, in der 91. Minute den Treffer zum Ausgleich noch geschafft zu haben. «Es fühlt sich auf jeden Fall gut an. Wir haben alles gegeben und uns am Ende durchgesetzt», befand der Neuzugang.

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Dagegen ärgerte sich der Mainzer Trainer Bo Svensson maßlos über den Gegentreffer und den vergebenen Sieg. «Wir waren mit elf Mann in der eigenen Spielhälfte und ein Frankfurter schießt ins leere Tor», echauffierte er sich über diese Nachlässigkeit kurz vor dem Abpfiff. «Das ist bitter.» Ansonsten hatte er eigentlich wenig Grund, über das resolute Auftreten seiner Mannschaft zu klagen: Die Energie, die Power und das Teamgefühl seien dagewesen.

«Es fühlt sich mit dem späten Ausgleich in Überzahl wie eine Niederlage an. Deshalb ist es maximal frustrierend», ärgerte sich auch 05-Sportdirektor Martin Schmidt. «Für Frankfurt ist es ein gefühlter Sieg.» Dabei habe die Mannschaft nach der 1:4-Pleite zum Auftakt der Fußball-Bundesliga-Saison beim 1. FC Union Berlin in einer sehr engagierten «Art und Weise» gespielt, die ihm gefallen habe. «Wir haben uns alle reingehauen und das gezeigt, was uns stark macht», sagte Phillipp Mwene, der nach seiner Rückkehr vom PSV Eindhoven ein starkes Comeback feierte. Einen «Top-Einstand» attestierte Schmidt dem Außenverteidiger.

Für die Frankfurter war das Szenario ein Déjà-vu - nur andersherum. Im Play-off-Hinspiel der Conference League drei Tage zuvor bei Lewski Sofia kassierten die Hessen noch ein Last-Minute-Tor zum 1:1. Das Remis ist nun eine Hypothek für die Rückpartie am Donnerstag (20.30 Uhr/RTL). Für die Eintracht-Profis gibt das gelungene Entgegenstemmen gegen die Niederlage in Mainz Auftrieb für den Kampf um den Einzug in die Gruppenphase.

«Für die Moral war es mit Blick auf Donnerstag wichtig. Wir wollen Sofia schlagen», sagte Eintrachts Vorstand Markus Krösche, der aber auch um die Defizite weiß: «Wir haben noch Luft nach oben.» Dazu gehört auch eine bessere Abstimmung in der Abwehr, die beim 0:1 durch den Südkoreaner Jae-Sung Lee (25.) nicht optimal war. Gegen Sofia soll und muss es besser laufen.

«Wir müssen es krachen lassen», forderte Marmoush, der zukünftig eine immer wichtigere Rolle spielen könnte, weil wichtige Offensiv-Kollegen vor dem Absprung aus Frankfurt stehen. Der Däne Jesper Lindström soll sich über einen Wechsel zum SSC Neapel einig und schon nach dem Mainz-Spiel gen Italien geflogen sein. «Es kann gut sein, dass in den nächsten Tagen ein Transfer über die Bühne geht», sagte Eintracht-Trainer Dino Toppmöller.

Keinen neuen Stand gibt es bei den Verhandlungen um einen Transfer von Ausnahmestürmer Randal Kolo Muani zum französischen Meister Paris Saint-Germain, wie Krösche in Mainz noch einmal betonte. Zwischen den angebotenen rund 70 Millionen Euro und der 100-Millionen-Forderung klafft wohl noch ein zu großer Abstand. Der 24 Jahre alte Stürmer bestritt in der neuen Saison bei Mainz 05 sein viertes Pflichtspiel und hat bisher drei Tore erzielt.