Islamischer Staat

Frankfurter Prozess gegen mutmaßliches IS-Mitglied begonnen

Eine 40-Jährige soll mit ihrer Familie in das Gebiet der Terrormiliz IS gereist sein. Nun muss sie sich in Frankfurt auch deshalb verantworten, weil sie ihre Kinder in Gefahr gebracht haben soll.

In Frankfurt steht eine 40 Jahre alte Frau vor Gericht. (Archivbild) Foto: Andreas Arnold/dpa
In Frankfurt steht eine 40 Jahre alte Frau vor Gericht. (Archivbild)

Frankfurt/Main (dpa/lhe) - Ein mutmaßliches Mitglied der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) muss sich vor dem Oberlandesgericht Frankfurt wegen des Verdachts der Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung verantworten. Zudem wirft die Generalstaatsanwaltschaft der 40-Jährigen eine Verletzung der Fürsorgepflicht gegenüber ihren beiden Kindern vor, wie das Gericht zum Prozessbeginn mitteilte. 

Den Angaben zufolge war die Frau bereits im jungen Erwachsenenalter zum Islam konvertiert. Sie soll sich zunehmend radikalisiert und in der salafistischen Szene des Rhein-Main-Gebietes bewegt haben. Im Sommer 2016 soll sie gemeinsam mit ihrem Ehemann, einem IS-Kämpfer, und ihren zwei kleinen Kindern nach Syrien in das Gebiet des IS gereist sein. Dort soll sie ihr drittes Kind zur Welt gebracht haben. 

Erziehung nach IS-Ideologie

Nach dem Tod ihres Ehemannes Ende 2017 soll sie einen weiteren IS-Kämpfer nach islamischem Ritus geheiratet haben, der spätestens Anfang 2019 ebenfalls bei Kämpfen ums Leben gekommen sein soll. In dem Prozess wird ihr vorgeworfen, durch die Führung des Haushalts und der Erziehung der Kinder im Sinne der IS-Ideologie Mitglied dieser terroristischen Vereinigung gewesen zu sein. 

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Impressum

Die Kinder sollen während dieser Zeit dem Risiko ausgesetzt gewesen sein, Opfer von Luftangriffen und sonstigen Kämpfen zu werden, was die körperliche und psychische Entwicklung der Kinder beeinträchtigt haben soll. Zudem soll die Angeklagte Geld vom laut Mitteilung «Witwenbüro» des IS erhalten haben. Im März 2019 wurde sie von Kurden festgenommen und in ein Gefangenenlager gebracht. Von dort wurden sie und ihre Kinder im Oktober 2021 nach Deutschland zurückgebracht. 

Nach der bisherigen Planung soll am 19. November ein Urteil verkündet werden.