Gentges warnt: Ernteausfälle betreffen alle Verbraucher
Weniger Mehl, teureres Brot? Warum die Trockenheit in Baden-Württemberg nicht nur Bauern trifft – und was Agrarministerin Gentges jetzt schon Sorgen macht.
Stuttgart (dpa/lsw) - Wegen der anhaltenden Trockenheit und möglicherweise zurückgehender Ernteerträge schließt Baden-Württembergs Agrarministerin Marion Gentges (CDU) auch steigende Lebensmittelpreise nicht aus. «Wenn Ernteerträge zurückgehen, dann hat das Auswirkungen für jede und jeden von uns, weil dann die hier produzierten Lebensmittel knapp werden», sagte sie in Stuttgart. «Das bedeutet auch, dass die Preise für die Lebensmittel steigen, und dann merkt tatsächlich jeder die Folgen.»
Es sei bislang unklar, wie stark die Ernte auf den baden-württembergischen Feldern und den Wiesen insgesamt leiden werde, sagte die Ministerin. Das hänge stark von der Entwicklung der kommenden Wochen ab. «Wir haben bislang in diesem Jahr gute Erträge gehabt», sagte Gentges. Das gelte vor allem für die Sonderkulturen, für Spargel, Erdbeeren.
Wird es weniger Mehl geben?
Genauer habe man den Weizen und den Roggen im Blick. Setze starke Trockenheit in einer bestimmten Wachstumsphase ein, könne die Einlagerung von Stärke in die Getreidekörner beendet werden. «Dann kann ich aus dem Getreide weniger Mehl herstellen», sagte Gentges.
Auch beim Mais kämpften die Landwirte an manchen Stellen sehr mit der Trockenheit. «Überdies gilt beim Raps: Wenn nach der Blüte Trockenheit auftritt, wird die Ölsynthese, also die Einlagerung der später zu nutzenden Öle, gestört sein», erklärte Gentges.