Hessen ist nicht Köln: Eintritt in Dome kostenfrei
Der Besuch der hessischen Dome ist gratis – anders als in Köln, wo bald zwölf Euro Eintritt fällig werden. Warum Kirchenvertreter in Hessen für einen offenen Dom für alle plädieren.
Frankfurt/Limburg/Fulda (dpa/lhe) - Während Besucher im Kölner Dom künftig zwölf Euro Eintritt zahlen müssen, können hessische Dome weiter kostenlos besichtigt werden. Lediglich für Führungen oder den Besuch einer Aussichtsplattform wird ein Obolus fällig. In Köln sollen die zwölf Euro Eintritt nach Angaben des Domkapitels ab dem 1. Juli erhoben werden, um damit die gestiegenen Kosten für Pflege, Schutz und den laufenden Betrieb des Doms zu decken. Gottesdienstbesucher und Betende sind ausgenommen.
«Derzeit gibt es für den Limburger Dom keine Planungen, ein allgemeines Eintrittsgeld einzuführen», erklärte ein Bistumssprecher. Die Situation im Limburger Dom sei grundlegend verschieden von der des Kölner Doms. Gemäß Staatsvertrag zwischen dem Land Hessen und den katholischen Bistümern in Hessen hat das Land eine Patronatsverpflichtung für den Limburger Dom übernommen. Das bedeutet, es ist für den Bauunterhalt zuständig.
Kosten für den Erhalt sind eine Herausforderung
«Das Limburger Domkapitel und das Bistum Limburg begrüßen, dass der Dom als Ort des Gebetes, der Stille und Ruhe, der Seelsorge und des Gottesdienstes allen Menschen offen steht», ergänzte der Sprecher. «Natürlich ist richtig: Der Erhalt, der Schutz und der laufende Betrieb des Doms verursachen erhebliche Kosten.» Diese Kosten seien auch in den vergangenen Jahren gestiegen. Dies bedeute für diejenigen, die die wirtschaftliche Verantwortung für ein solches Gebäude tragen, erhebliche Herausforderungen.
Kostenpflichtig sind im Limburger Dom derzeit Führungen. Sie kosten drei Euro. Damit wird eine besondere Leistung angeboten, nämlich die fachkundige Erschließung des 1235 eingeweihten Gebäudes, seiner Geschichte, Architektur und geistlichen Bedeutung. Selbstverständlich könne der Dom ohne Führung besucht werden, ergänzte der Sprecher. Das Bistum geht von einer hohen fünfstelligen bis niedrigen sechsstelligen Zahl von Gästen pro Jahr aus.
Dompfarrer: Dom ist kein Museum
Der Frankfurter Dompfarrer Johannes zu Eltz ist nach eigenen Worten froh, dass der Frankfurter Dom ohne Eintritt besucht werden kann. Dies liege auch daran, dass die Stadt Frankfurt sich gut um das Gebäude kümmere. Sie mache auch keinerlei Anstalten, über den Besuch von Touristen Geld einnehmen zu wollen. Er sei «sehr einverstanden», dass Menschen ohne Eintritt den Dom besuchen dürften, denn das Gebäude sei kein Museum, sondern ein sakraler Raum, sagte zu Eltz. Gleichzeitig habe er Verständnis für die Entscheidung in Köln.
Während der Frankfurter Dom kostenfrei besucht werden kann, kostet der Aufstieg auf den 95 Meter hohen Frankfurter Domturm Eintritt von regulär fünf Euro. Die Aussichtsplattform in 66 Metern Höhe ist ein beliebtes Ziel für Einheimische wie für Touristen; es ist eine Aussicht möglich über den Main und die Stadt bis in den Taunus und den Odenwald.
«Eine mit dem Kölner Dom vergleichbare Regelung ist für den Fuldaer Dom derzeit nicht vorgesehen», teilte die Pressestelle des Bistums Fulda mit. «Das zuständige Domkapitel wird die Entwicklungen und Erfahrungen in Köln im Rahmen seiner Verantwortung für den Fuldaer Dom weiterhin aufmerksam verfolgen und fachlich einordnen.» In Wetzlar teilen sich evangelische und katholische Christen den Dom als Gotteshaus. Der Besuch dieser sogenannten Simultankirche ist ebenso kostenfrei wie im Dom zu Fritzlar.