Hessen-Projekt wirbt Millionen für Kernfusion ein
Kein CO2, kaum radioaktiver Müll: Ein Start-up aus Darmstadt will mit Millionen-Unterstützung die Energie der Sonne nachahmen. Was hinter dem Mega-Projekt steckt.
Wiesbaden/Biblis (dpa) - Das südhessische Kernfusions-Start-Up «Focused Energy» hat 240 Millionen US-Dollar (206 Mio Euro) zur Weiterentwicklung seiner Technologie eingeworben. Am einstigen Kernkraft-Standort Biblis soll das erste Laserfusions-Kraftwerk der Welt entstehen.
Hessens Ministerpräsident Boris Rhein (CDU) und Wirtschaftsminister Kaweh Mansoori (SPD) bezeichneten die Zusage als großen Schritt, um Hessen zu einem führenden Standort für Spitzenforschung und Entwicklung der laserbasierten Kernfusion auszubauen.
Kernfusion ahmt den Prozess nach, der in der Sonne Energie erzeugt. Es gibt bei der Fusion keine Co2-Emissionen und deutlich geringere Mengen radioaktiver Abfälle als bei der Kernspaltung.
Die Mittel kommen laut einer Mitteilung der Staatskanzlei unter anderem von RWE, der Bundesagentur für Sprunginnovationen sowie europäisch und hessisch kontrollierten Förderfonds. Der Lead-Investor Prime Movers Lab stammt aus den USA. Focused Energy wurde 2021 aus der TU Darmstadt gegründet.