Suchthilfe

Hilfe für Crack-Süchtige - Land fördert Studie mit viel Geld

Bis zu zwei Millionen Euro will Hessen in die Suche nach einem Ersatz für Crack investieren. Es geht um Drogenabhängige im Frankfurter Bahnhofsviertel. Wem hat Boris Rhein einen Brief geschrieben?

Eine Crack-Abhängige zündet sich in Frankfurt eine Crack-Pfeife an. (Symbolbild) Foto: Boris Roessler/dpa
Eine Crack-Abhängige zündet sich in Frankfurt eine Crack-Pfeife an. (Symbolbild)

Wiesbaden/Frankfurt/Main (dpa/lhe) - Hessen will bis zu zwei Millionen Euro für eine Studie bereitstellen, die zur Entwicklung eines Ersatzes (Substitut) für die Droge Crack führen soll. In einem Brief an das Universitätsklinikum Frankfurt, der der Deutschen Presse-Agentur vorliegt, bezieht sich Regierungschef Boris Rhein (CDU) auf ein Konzept des Krankenhauses zur Substitutionsbehandlung von Crack-Abhängigen in der Mainmetropole. 

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«Tragfähiges und innovatives Instrument»

In dem Schreiben an den Uniklinikum-Vorstandschef Jürgen Graf bezeichnete Rhein das wissenschaftliche Vorhaben, das Mitarbeitern der Landesregierung bereits vorgestellt worden sei, als ein «tragfähiges und innovatives Instrument», das die medizinische Versorgung von Crack-Abhängigen verbessern könne. Die Studie könne «einen spürbaren Beitrag zur Stabilisierung und Verbesserung der Situation im Frankfurter Bahnhofsviertel» leisten. Es geht um einen «ganzheitlichen, übergreifenden und wissenschaftlichen Ansatz», wie Rhein knapp zwei Wochen vor Hessens Kommunalwahlen am 15. März ausführt.

Boris Rhein (CDU), Ministerpräsident von Hessen, setzt bei der Verbesserung der Situation im Frankfurter Bahnhofsviertel mit starkem Drogenkonsum auch auf die Wissenschaft. (Archivbild) Foto: Michael Kappeler/dpa
Boris Rhein (CDU), Ministerpräsident von Hessen, setzt bei der Verbesserung der Situation im Frankfurter Bahnhofsviertel mit starkem Drogenkonsum auch auf die Wissenschaft. (Archivbild)

Dieses Ziel unterstütze damit den Sieben-Punkte-Plan, den die schwarz-rote Landesregierung vor einem Jahr vorgestellt hatte, um die Situation im Frankfurter Bahnhofsviertel mit Drogenszene, Rotlichtbezirk und Kriminalität zu verbessern. Dazu zählen mehr Polizeikontrollen, ein Ausbau der Videoüberwachung und härtere Strafen für Drogendelikte. Auch sollen Hilfsbedürftige und Wohnsitzlose besser versorgt werden. Kritiker befürchten indessen, dass sich die Drogenszene im Bahnhofsviertel bei härterer Bekämpfung in der Stadt verteilt.

«Meilenstein in der Suchtbekämpfung»

Ministerpräsident Rhein spricht in seinem Brief mit Blick auf die geplante Substitutionsstudie von einem künftigen «Meilenstein in der Suchtbekämpfung» bei einer «veränderten und zunehmend aggressiven Crack-Drogenszene» in Frankfurt. Er fügt hinzu: «Ich bin überzeugt, dass dieser gemeinsame Einsatz auch für andere Regionen motivierende Vorbildwirkung entfalten wird.»