Hoffluencer werben auf Social Media für die Landwirtschaft
Die Landwirtin Anne Schmauch nimmt ihre 180.000 Follower mit auf den Traktor und in den Kuhstall. Ein Experte erklärt, warum Authentizität für Hoffluencer wie sie wichtig ist.
Kassel (dpa/lhe) - Videos vom Traktorfahren und Tiere füttern, Informationen über die aktuelle Ernte und Hofladenangebote: Hessische Landwirtinnen und Landwirte sind teils sehr erfolgreich auf Social Media unterwegs. Die ehemalige hessische Milchkönigin Anne Schmauch beispielsweise hat auf Instagram rund 181.000 Follower, die sie bei der täglichen Arbeit auf dem Hof begleiten können.
Die Zeitinvestition als «Hoffluencer» kann sich nach Einschätzung des Experten Tim Ebert lohnen. «Besonders für Betriebe mit Direktvermarktung können regelmäßige Beiträge und ein positiver Online-Auftritt eine effektive Form der Werbung darstellen», sagt der Fachschullehrer am Bildungs- und Beratungszentrum Petersberg des Landesbetriebs Landwirtschaft Hessen.
Junge Menschen können für die Landwirtschaft begeistert werden
«Durch informative Videos und Beiträge können Landwirtinnen und Landwirte Einblicke in ihren Arbeitsalltag geben und damit Vorurteile gegenüber der Landwirtschaft abbauen», erläutert Ebert. Gerade junge Menschen könnten auf diesem Weg für die Landwirtschaft begeistert werden. Vielen sei nicht klar, wie stark sich die Landwirtschaft in den vergangenen Jahren gewandelt habe.
«Für mich zeichnet sich ein guter Hoffluencer vor allem durch Authentizität aus», ergänzt Ebert. «Zuschauer sollten das Gefühl haben, dass nicht ausschließlich die positiven Seiten dargestellt werden, sondern auch die Realität des landwirtschaftlichen Alltags.» Ein weiterer wichtiger Punkt sei die Nahbarkeit der Influencer. «Wenn Zuschauerinnen und Zuschauer die Möglichkeit haben, Fragen zu stellen oder direkt mit den Landwirtinnen und Landwirten in Kontakt zu treten, entsteht ein Gefühl von Wertschätzung.»