«Hotelstandard» – Mehr Geld für Ausbau von Kasernen im Land
Einzelstube mit Bad statt Mehrbettraum mit Gemeinschaftsdusche: Immer mehr Millionen fließen in den Ausbau von Hessens Kasernen. Warum und wofür?
Wiesbaden (dpa/lhe) - Angesichts neuer Bedrohungen und der Vergrößerung der Bundeswehr gibt Deutschland auch in Hessen mehr Geld für den Ausbau seiner Unterkünfte für Soldaten aus. 2025 erreichten die Bauausgaben des Bundes an hessischen Bundeswehrstandorten gut 49 Millionen Euro, wie das Landesfinanzministerium in Wiesbaden mitteilte. 2024 waren es etwa 43 Millionen Euro gewesen – und 2023 noch lediglich rund 24 Millionen Euro.
In den kommenden Jahren sind hier laut Ministerium «weitere Steigerungen» geplant. «Umfangreiche Baumaßnahmen» seien insbesondere bei der Major-Karl-Plagge-Kaserne in Pfungstadt im Kreis Darmstadt-Dieburg, der Knüll-Kaserne in Schwarzenborn im Schwalm-Eder-Kreis und der Burgwald-Kaserne in Frankenberg (Eder) im Kreis Waldeck-Frankenberg vorgesehen.
Neubauten entstehen nach den Angaben auch in modularer und serieller Bauweise. Das soll Zeit und Geld sparen. Dabei ist auch von «zeitgemäßen Unterkünften im Hotelstandard» mit Einzelstuben mit eigenem Bad für die Soldatinnen und Soldaten die Rede. Der Landesbetrieb Bau und Immobilien Hessen (LBIH) ist in die Bauprojekte des Bundes für die Streitkräfte eingebunden.
«Im Herzen Europas»
Hessens Finanzminister Alexander Lorz (CDU) betonte: «Die geopolitische Lage hat sich durch den völkerrechtswidrigen Angriffskrieg Russlands gegen die Ukraine grundlegend verändert. Deutschland liegt im Herzen Europas und braucht eine schlagkräftige, moderne Bundeswehr.» Hessen spiele dabei eine wichtige Rolle – «als logistisches Zentrum und als verlässlicher Partner der Streitkräfte».
Gute Unterkünfte, funktionale Kasernen und zeitgemäße Ausbildungsstätten sind laut Minister Lorz essenziell für die Bundeswehr – «für die Motivation der Soldatinnen und Soldaten und für die Einsatzbereitschaft der Truppe auch in Hessen».