Auch Vieira und Nadir verletzt

«Wir sind keine Opfer»: HSV-Sorgen immer größer

Seit Wochen fallen beim Hamburger SV immer wieder wichtige Spieler aus. Das geht auch vor dem Pokalspiel gegen Frankfurt so weiter. Ein besonders wichtiger Spieler ist jetzt ebenfalls betroffen.

Verletzt: HSV-Spieler Fabio Vieira beim Spiel in Paderborn. Foto: Swen Pförtner/dpa
Verletzt: HSV-Spieler Fabio Vieira beim Spiel in Paderborn.

Hamburg (dpa) - Die Verletzungsprobleme des Hamburger SV werden immer größer. Schon seit Wochen fehlen dem Fußball-Bundesligisten mehrere wichtige Spieler. Vor dem morgigen DFB-Pokal-Spiel gegen Eintracht Frankfurt (18.00 Uhr/Sky) gab der HSV auch noch die Ausfälle von Spielmacher Fabio Vieira und Neuzugang Bilal Nadir bekannt. Beide zogen sich am vergangenen Samstag beim 0:1 in Paderborn jeweils eine Muskelverletzung im Oberschenkel zu.

«Beide Jungs sind extrem getroffen und geknickt», sagte Trainer Merlin Polzin bei der Pressekonferenz zum Frankfurt-Spiel. Schon bei Vieira rechnen die Hamburger mit einer Zwangspause von mehreren Wochen. «Bei Nadir wurde zudem eine Sehnenbeteiligung diagnostiziert, weshalb bei ihm im Vergleich zum Portugiesen mit einer längeren Ausfallzeit zu rechnen ist», heißt es in einer Mitteilung des Clubs.

Der HSV muss bereits seit mehreren Wochen zahlreiche Leistungsträger ersetzen. Neben Vieira und Nadir fallen vor allem Führungsspieler Nicolai Remberg (Kreuzbandriss) sowie die Verteidiger Nicolás Capaldo und Jordan Torunarigha weiter aus. 

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Auch Poulsen fällt aus

Im Angriff soll Neuzugang Patson Daka trotz Trainingsrückstands zwar wieder zum Kader gehören. Dafür fällt jetzt Yussuf Poulsen für die beiden Frankfurt-Spiele in DFB-Pokal und Bundesliga (Sonntag, 17.30 Uhr/DAZN) aus. «Yussi hat ein bisschen Probleme im Hüftbereich. Da wird es nicht reichen für die englische Woche», sagte Polzin.

Der Umgang mit den vielen Verletzungen hat für den HSV-Trainer mehrere Ebenen. Vordergründig sagt Polzin: «Wir sind überhaupt keine Opfer und wir wollen uns in keine Opferrolle begeben. Sondern wir wollen mit der Situation, wie sie jetzt ist, einfach gut umgehen.»

Der 35-Jährige verwies auf die «breite Kaderstärke», die der HSV mit seinen zehn zum Teil sehr spät verpflichteten Neuzugängen in diesem Sommer geschaffen hat. «Jetzt habe ich halt weniger Auswahl», meinte Polzin lapidar. «Die Jungs, die nicht nur morgen, sondern auch in den nächsten Wochen auf dem Platz stehen für den HSV, die brennen mit allem, was sie haben.» 

Verletzungsgründe? HSV auf «Ursachenforschung»

Natürlich gehen die Hamburger aber auch der Frage nach, warum es aktuell so viele Spieler zur gleichen Zeit erwischt. Wurden die Vorverletzungen der neuen HSV-Spieler genau genug untersucht? Stimmte die Belastung in Training und Wettkampf?

Man sei da «auf Ursachenforschung», sagte Polzin. Aber: «Fest steht, dass wir vollstes Vertrauen in den Bereich Athletik und den Bereich Medizin bei uns im Verein haben. Wir gehen sehr fleißig und achtsam mit den Dingen um. Am Ende sind wir nicht die Einzigen, die Ende Oktober und Anfang November diese Verletzungsthematiken haben. Das ist ein Teil der Reise einer Saison. Uns schmerzt es natürlich, dass es in dieser Häufigkeit aufgetreten ist.»

Der Zeitpunkt tut dem HSV ebenfalls weh. Denn das neuformierte Team hatte sich gerade gefunden und mit den Siegen gegen Köln (2:1), Hoffenheim (3:2) und Stuttgart (1:0) eine kleine Erfolgsserie gestartet. Jetzt beginnt eine Phase, «in der wir uns wieder neu finden müssen. Und das ist das, was mich ehrlicherweise am meisten trifft», sagte Polzin.