IG Metall Mitte fordert fünf Prozent mehr Geld
Die Gewerkschaft bereitet sich auf eine kämpferische Tarifrunde vor. Warnstreiks sind ab November möglich. Nun liegen die Forderungen der IG Metall Mitte auf dem Tisch.
Mainz/Frankfurt (dpa) - In den Tarifverhandlungen für die Metall- und Elektroindustrie fordert der IG-Metall-Bezirk Mitte fünf Prozent mehr Geld für 388.000 Beschäftigte. Die Gewerkschaft will zudem in Betrieben mit guter wirtschaftlicher Lage eine tarifliche Gewinnbeteiligung erreichen sowie über die Absicherung von Arbeitsplätzen und Standorten in den vier Bundesländern Hessen, Rheinland-Pfalz, Saarland und Thüringen verhandeln.
«Die wirtschaftliche Situation ist herausfordernd, und die Arbeitgeber führen einen abgestimmten, flächendeckenden Kampf gegen tarifliche Standards», sagte der Chef des Gewerkschaftsbezirks Mitte, Jörg Köhlinger, nach Beratungen der Tarifkommissionen in Mainz. «Wir müssen uns auf eine kämpferische Runde einstellen und uns gegen massive Angriffe wehren.» Der neue Tarifvertrag soll nach Ansicht der Gewerkschaft eine Laufzeit von zwölf Monaten haben.
Der Arbeitgeberverband Hessenmetall warnte angesichts bereits hoher Produktionskosten vor einer Vertreibung der Industrie aus Hessen und Deutschland. «Die Forderung der IG Metall nach fünf Prozent geht deshalb völlig an der Realität vorbei und wäre nichts anderes als ein Brandbeschleuniger», ließ Hessenmetall-Hauptgeschäftsführer Dirk Pollert ausrichten.
Erste Verhandlungen im Oktober
An diesem Mittwoch (23.9.) will der Vorstand der Gewerkschaft in Frankfurt auf Basis der Rückmeldungen aus den regionalen Tarifkommissionen seine Forderung für die insgesamt etwa 3,7 Millionen Beschäftigten der deutschen Metall- und Elektroindustrie bekanntgeben. Erste Verhandlungen mit den Arbeitgeberverbänden sind ab dem 7. Oktober geplant. Warnstreiks sind ab November möglich.
Bei den regional geführten Verhandlungen ist der Bezirk Mitte für etwa 360.000 Beschäftigte in Hessen, Rheinland-Pfalz und dem Saarland sowie 28.000 Metallerinnen und Metaller in Thüringen zuständig. Die erste Verhandlung mit den Arbeitgebern der Mittelgruppe ist für den 9. Oktober in Frankfurt geplant. Am 12. Oktober verhandelt die IG Metall mit den Arbeitgebern Thüringen in Erfurt.
In der Tarifrunde geht es um die Entgelt-Tarifverträge für Beschäftigte in der Autoindustrie, im Maschinenbau, in Metallbearbeitung und Elektrotechnik. Nicht verhandelt wird für die Beschäftigten der kriselnden Volkswagen AG, für die ein eigener Haustarifvertrag gilt. Dieser läuft zum Jahresende aus.