Kriminalität

Junge im Elsass in Wagen gesperrt - Vater droht lange Haft

Mehr als ein Jahr lang ist ein Junge im Elsass in einen Wagen eingesperrt. Dann finden Einsatzkräfte ihn nackt und unterernährt. Was dem Vater und seiner Partnerin jetzt droht.

Dem Vater droht eine lange Haftstrafe. (Symbolbild) Foto: Uncredited/AP/dpa
Dem Vater droht eine lange Haftstrafe. (Symbolbild)

Hagenbach (dpa) - Nach dem Fund eines neun Jahre alten Jungen in einem Kleinbus in Frankreich drohen dem Vater 30 Jahre Haft. Das teilte der Staatsanwalt des ostfranzösischen Mulhouse, Nicolas Heitz, mit.

Der mittlerweile in Untersuchungshaft sitzende Mann hatte zugegeben, sein Kind mehr als ein Jahr lang in dem Wagen gefangen gehalten zu haben. Er habe damit nach eigener Aussage verhindern wollen, dass der Junge in eine psychiatrische Einrichtung kommt, wie die Stiefmutter des Kindes es gefordert haben soll. Der Frau drohen wegen unterlassener Hilfeleistung sieben Jahre Haft.

Junge konnte nicht mehr stehen und laufen

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Der Fall im elsässischen Hagenbach, unweit der Grenze zu Deutschland und der Schweiz, hatte in Frankreich für großes Aufsehen gesorgt. Von Nachbarn alarmiert hatten Einsatzkräfte den Jungen nackt und unterernährt in der Nähe von Exkrementen in dem Fahrzeug gefunden. Wie Staatsanwalt Heitz nun sagte, gab der Kleine an, weder eine Zahnbürste noch einen Pyjama gehabt zu haben. Auch habe sein Vater aufgehört, seine Kleidung zu waschen.

Bei einer ärztlichen Untersuchung gab das Kind demnach an, seine Beine nicht strecken, nicht stehen und nicht laufen zu können. Die Einsatzkräfte hatten den Jungen in Embryonalhaltung im Wagen gefunden.