Umfrage

Justiz bleibt bei hessischen Jura-Absolventen gefragt

Wiesbaden/Berlin (dpa/lhe) - Trotz der schlechteren Bezahlung im Vergleich zu Unternehmen oder Anwaltskanzleien sind Gerichte und Staatsanwaltschaften bei jungen Juristinnen und Juristen in Hessen gefragt. Zu dem Ergebnis kommt die «Deutsche Richterzeitung» nach einer Umfrage im Mai und Juni dieses Jahres bei den Justizverwaltungen der Bundesländer. Die Zeitung wird vom Deutschen Richterbund herausgegeben.

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Demnach gab es in Hessen einen Überschuss an Kandidatinnen und Kandidaten für den höheren Dienst in der Justiz - in den vergangenen fünf Jahren kamen auf eine Stelle mindestens zwei Bewerber. In dem Zeitraum habe das Land 614 Richter und Staatsanwälte eingestellt, schreibt die Zeitung.

«Für viele Bewerberinnen und Bewerber sind die Unabhängigkeit und die relativ freie Arbeitsgestaltung im Richterberuf nach wie vor wichtige Pluspunkte, die für den Weg zur Justiz sprechen», sagte der Bundesgeschäftsführer des Deutschen Richterbundes, Sven Rebehn, der Deutschen Presse-Agentur.

Der Umfrage zufolge ist die Zahl der bestandenen zweiten Staatsexamen in Hessen zwischen 2018 und 2022 um 23 Prozent gestiegen. In den meisten Bundesländern entwickelten sich die Absolventenzahlen positiv oder blieben stabil - nur in Berlin und in Brandenburg waren sie rückläufig.

In der Justiz wird angesichts einer großen Zahl von Pensionierungen von Richtern und Staatsanwälten ein personeller Umbruch erwartet. Vor dem Hintergrund der geringeren Gehälter im Vergleich zur freien Wirtschaft haben Experten immer wieder Sorgen vor einem Mangel an qualifizierten Nachwuchskräften geäußert.

In verschiedenen Bundesländern waren die Mindestanforderungen für Berufe in der Justiz herabgesetzt worden, um einen größeren Bewerberkreis zu erreichen. Darunter auch Hessen: In den Jahren 2020 und 2022 senkte das Land die Mindestnoten, die Einsteiger in beiden Staatsexamen erreicht haben müssen. So stieg laut der Zeitung der Anteil der eingestellten Volljuristen, die ihr zweites Staatsexamen mit der Note befriedigend abschlossen, von 39 Prozent im Jahr 2018 auf 45 Prozent im Jahr 2022.