Prestigeträchtige Wahl

Kane ist Fußballer des Jahres - Auch Kompany und Gwinn vorne

Der FC Bayern räumt bei der vom «Kicker» organisierten Wahl ab. Alle drei Auszeichnungen gehen nach München. Eine Ehrung kommt aber etwas überraschend.

Harry Kane darf sich über die nächste Auszeichnung freuen. Foto: Federico Gambarini/dpa
Harry Kane darf sich über die nächste Auszeichnung freuen.

Berlin (dpa) - Bayern-Profi Harry Kane ist zum Fußballer des Jahres in Deutschland gewählt worden. Sein Münchner Club-Coach Vincent Kompany gewann bei der vom «Kicker» organisierten Abstimmung die Wahl zum Trainer des Jahres. Fußballerin des Jahres wurde Giulia Gwinn ebenfalls vom FC Bayern.

«Nie zuvor kamen sowohl der Fußballer als auch die Fußballerin des Jahres vom gleichen Verein. Glückwunsch an Harry Kane und Giulia Gwinn sowie an unseren Trainer Vincent Kompany», sagte Bayern-Präsident Herbert Hainer in einer Clubmitteilung: «Wenn Frauen- und Männerfußball gemeinsam Geschichte schreiben, dann ist das FC Bayern - und das mit Ausrufezeichen. Wir sind stolz auf dieses Ergebnis.»

Der englische Nationalstürmer Kane (33) setzte sich mit 272 Stimmen vor seinem französischen Teamkollegen Michael Olise (203 Stimmen) durch. Auf Platz drei landete weit abgeschlagen der deutsche Nationalspieler Deniz Undav (61 Stimmen) vom VfB Stuttgart. Kane wurde bei der Wahl, bei der 656 Mitglieder des Verbandes Deutscher Sportjournalisten (VDS) abgestimmt hatten, für seine herausragende Vorsaison mit 61 Toren in 51 Pflichtspielen für den Rekordmeister belohnt.

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Jetzt noch den Ballon d'Or?

«Es war die beste Saison meiner bisherigen Karriere», hatte Kane bereits am vergangenen Mittwoch gesagt, als er zum zweiten Mal in seiner Karriere mit dem Goldenen Schuh für den besten Torschützen Europas ausgezeichnet worden war. In seiner Laudatio sagte Ex-Bayern-Profi Luca Toni, Kane habe es verdient, auch noch den Ballon d'Or für den besten Fußballer der Welt zu bekommen.

«Zu Harry Kane gehen einem langsam die Superlative aus - aber da fehlen mir gerne mal die Worte», sagte Bayerns Sportvorstand Max Eberl. Der Torjäger sei in der Vergangenheit schon in dessen Heimat England zum Fußballer des Jahres ausgezeichnet worden und nun auch in Deutschland, «das zeigt: Wo Harry Kane ist, ist der Erfolg».

Bei der Trainer-Wahl setzte sich ebenfalls der große Favorit durch. Auf Double-Gewinner Kompany (40) entfielen 314 Stimmen, deutlich dahinter landeten Vorjahressieger Julian Schuster (87 Stimmen) vom SC Freiburg und Sebastian Hoeneß (53 Stimmen) von Pokalfinalist VfB Stuttgart.

Vincent Kompany energisch an der Seitenlinie. Foto: Federico Gambarini/dpa
Vincent Kompany energisch an der Seitenlinie.

Schuster schwärmt von Kompany

«Lieber Vincent, ich gratuliere dir sehr herzlich zur Auszeichnung als Trainer des Jahres - die ist mehr als verdient», sagte Schuster an den Belgier Kompany gerichtet: «Auf der einen Seite ist da die Trainerkomponente. Inhaltlich steht es mir eigentlich gar nicht zu, darüber zu urteilen, aber du hast im zurückliegenden Jahr natürlich Herausragendes geleistet. Du bist nicht nur ein guter Trainer, sondern du machst aus meiner Sicht auch noch alle um dich herum besser.»

Die 27-jährige Gwinn hatte sich im Vorjahr mit Torhüterin Ann-Katrin Berger noch Platz eins geteilt, diesmal triumphierte sie alleine. Die Abwehrspielerin von Double-Gewinner Bayern München versammelte 106 Stimmen auf sich und damit knapp mehr als Teamkollegin Klara Bühl (94 Stimmen). Auf Rang drei landete Jule Brand (82 Stimmen) von OL Lyonnes.

Giulia Gwinn ist eine Führungsspielerin des FC Bayern. (Archivbild) Foto: Peter Kneffel/dpa
Giulia Gwinn ist eine Führungsspielerin des FC Bayern. (Archivbild)

Gwinn kann es selbst kaum glauben

«Das ist eine Ehre und Bestätigung für meinen Weg», sagte Gwinn. Ihr Sieg kam aber etwas überraschend, weil sie in der Vorsaison mit Verletzungen zu kämpfen hatte und die zweitplatzierte Bühl bei München und auch bei der Nationalmannschaft herausragte. 

Sie habe «nicht damit gerechnet, in diesem Jahr gewählt zu werden», gab Gwinn zu: «Deshalb war mein erster Gedanke auch: wirklich ich?» Laut des früheren Frauen-Bundestrainers Horst Hrubesch ist die Auszeichnung aber verdient: «Giulia ist immer klar ausgerichtet und hat den Fokus. Das fasziniert mich an ihr!»