Keine Belebung im Frühjahr für Hessens Arbeitsmarkt
Kaum neue Stellen, mehr Insolvenzen und sinkende Beschäftigung: Warum Hessens Arbeitsmarkt trotz Frühling keine Trendwende erlebt – und welche Branchen besonders betroffen sind.
Frankfurt/Main (dpa) - In Hessen ist die Lage am Arbeitsmarkt im April angespannt geblieben. Die sonst übliche Frühjahrsbelebung ist faktisch ausgefallen: Mit 212.435 Menschen waren zum Stichtag 13. April nur rund 650 Personen weniger arbeitslos gemeldet als im März, wie die Regionaldirektion der Arbeitsagentur berichtet. Die Arbeitslosenquote verharrte bei 6,0 Prozent, während die saisonbereinigte Arbeitslosenzahl um 1.000 Personen nach oben kletterte.
«Dem Arbeitsmarkt fehlen jegliche Impulse. Er bleibt deswegen deutlich hinter den Erwartungen zurück», sagt Direktionsleiter Frank Martin. Wegen des Iran-Kriegs und seiner Folgen sei auch in den kommenden Monaten keine Besserung in Sicht: «Die für dieses Jahr erwartete wirtschaftliche Erholung wird durch geopolitische Schocks ausgebremst.»
Anzeichen dafür sind weiterhin viele Unternehmensinsolvenzen, wenige neu gemeldete Stellen für Fachkräfte und eine sinkende Beschäftigung in Hessen. Demnach hatten im Februar noch 2,76 Millionen Menschen in Hessen einen sozialversicherungspflichtigen Job. Das waren 0,2 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Besonders viele Stellen gingen bei Zeitarbeitsfirmen und in der Metall- und Chemieindustrie verloren. Zusätzliche Jobs wurden unter anderem in Heimen und Sozialeinrichtungen sowie im Gesundheitswesen aufgebaut.