Krankenhausgesellschaft fordert schnelle finanzielle Hilfen
Wiesbaden (dpa/lhe) - Die Hessische Krankenhausgesellschaft (HKG) hat schnelle finanzielle Hilfen vom Bund für die Kliniken gefordert. «Eine zusätzliche Soforthilfe in Millionenhöhe ist notwendig, um ein akutes Krankenhaussterben in den nächsten Monaten zu verhindern», erklärte HKG-Präsident Christian Höftberger am Dienstag in Wiesbaden zum bundesweiten Aktionstag «Alarmstufe Rot». «Vor der richtigen und wichtigen Krankenhausreform geht es um das akute Überleben der Gesundheitsanbieter.»
Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) plant eine Finanzierungsreform. Im Kern soll das Vergütungssystem mit Pauschalen für Behandlungsfälle geändert werden, um Kliniken von Finanzdruck zu lösen. Um nicht auf immer mehr Fälle angewiesen zu sein, sollen sie einen größeren Vergütungsanteil allein schon für das Vorhalten von Leistungsangeboten bekommen.
Bei dem Aktionstag unter dem Motto «Krankenhäuser in Not» wollten Kliniken bundesweit auf ihre ernste Lage aufmerksam machen. Der Geschäftsführende Direktor der HKG, Steffen Gramminger, erklärte: «Die Situation ist derart kritisch, dass ich die flächendeckende Gesundheitsversorgung in unserem Land in naher Zukunft ernsthaft gefährdet sehe.»
Die Gründe für wirtschaftliche Probleme der Kliniken seien vielschichtig, erklärte die HKG. Insbesondere die jahrelange strukturelle Unterfinanzierung habe zur aktuellen Lage beigetragen. Zudem reichten die Behandlungserlöse wegen der Inflation und wachsender Personalkosten nicht mehr aus, um die gestiegenen Ausgaben auch nur annähernd zu decken.