Natur

Künstliche Intelligenz belauscht Hessens Vögel

Das Wetter ist frühlingshaft, es zwitschert wieder überall. Erstmals erfasst Hessen in allen Vogelschutzgebieten den Vogelgesang mit technischem Monitoring. Wozu soll das gut sein?

Diese Nachtigall singt aus voller Kehle. Vogelstimmen werden in Hessen nun systematisch landesweit analysiert. (Symbolbild) Foto: Wolfram Steinberg/dpa
Diese Nachtigall singt aus voller Kehle. Vogelstimmen werden in Hessen nun systematisch landesweit analysiert. (Symbolbild)

Wiesbaden (dpa/lhe) - Auch mit Hilfe von Künstlicher Intelligenz (KI) setzt Hessen sein Vogelstimmen-Monitoring erstmals in allen seinen 60 EU-Vogelschutzgebieten ein. Das sei in dieser flächendeckenden Form bislang bundesweit einmalig, teilte das Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie (HLNUG) in Wiesbaden mit.

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«In verschiedenen Projekten wurden Geräte, die Vogelstimmen vor Ort aufzeichnen, und KI-Modelle, die diese Stimmen erkennen und auswerten können, getestet und weiterentwickelt», hieß es weiter. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der hessischen Vogelschutzwarte installieren demnach gegenwärtig fast 200 Geräte etwa an Bäumen im Wald.

Solarzellen und Mobilfunk

Dazu zählen einerseits stationäre Aufzeichnungsgeräte, die sechs Jahre lang an einem Ort bleiben und über eine Solarzelle betrieben werden. Andererseits gibt es mobile sogenannte Horchboxen, die jährlich den Ort wechseln. Sie ergänzen die stationären Systeme für noch intensivere Analysen in bestimmten Gebieten. Über Mobilfunk werden die Daten der Vogelschutzwarte übermittelt. 

Dieses akustische Monitoring unterstützt laut dem HLNUG die Erfassung der heimischen Vogelarten als Grundlage für den Naturschutz. Ziel sei es, die Vogelwelt und ihre Lebensräume zu erhalten. Hessens 60 EU-Vogelschutzgebiete machen fast 15 Prozent der Landesfläche aus.