Migration

Letzter Illerkirchberg-Vergewaltiger abgeschoben

Mit einem Charterflug nach Kabul wird jetzt der letzte der Täter von Illerkirchberg abgeschoben. Dahinter steckt eine neue Vereinbarung des Bundes mit den Taliban.

Es sind nicht die ersten Abschiebungen nach Afghanistan. (Archivbild) Foto: Michael Kappeler/dpa
Es sind nicht die ersten Abschiebungen nach Afghanistan. (Archivbild)

Stuttgart/Berlin (dpa/lsw) - Auch der letzte der sogenannten Illerkirchberg-Vergewaltiger ist nach Angaben des baden-württembergischen Justizministeriums in seine afghanische Heimat abgeschoben worden. Der 22-Jährige saß demnach mit 19 weiteren afghanischen Straftätern in einer Charter-Maschine, die ihn von Leipzig nach Kabul brachte. Er war wegen seiner Beteiligung an der Vergewaltigung einer Minderjährigen in Illerkirchberg 2019 zu einer mehrjährigen Haftstrafe verurteilt worden. 

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Insgesamt waren vier Täter wegen der Gruppenvergewaltigung zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt worden. Alle seien inzwischen abgeschoben worden, einer von ihnen in den Irak, drei nach Afghanistan. «In jedem Abschiebeflug nach Afghanistan, den die Bundesregierung bisher ermöglicht hat, saß einer der Illerkirchberg-Täter», sagte Justizministerin Marion Gentges (CDU).

Auch zwei weitere Straftäter aus Baden-Württemberg 

Nach Angaben des Bundesinnenministeriums war es der erste Charterflug, der ohne die Unterstützung anderer Staaten auf Grundlage einer direkten Vereinbarung zustande kam. Bei vorigen Flügen hatte Katar vermittelt. Mitarbeiter des Ministeriums haben nun eine Vereinbarung mit den islamistischen Taliban gefunden.

Abgeschoben wurden demnach ausreisepflichtige Männer, die in Deutschland straffällig geworden waren, unter anderem wegen Sexualdelikten, Körperverletzung und Drogendelikten. Im Flugzeug saßen neben dem Illerkirchberger Täter noch zwei weitere Kriminelle aus Baden-Württemberg, wie das Justizministerium mitteilte.

Vereinbarung mit den Taliban

Die Kontakte zu den Taliban sind umstritten, denn offiziell unterhält die Bundesregierung keine diplomatischen Beziehungen zu den Islamisten, die seit August 2021 wieder in Afghanistan an der Macht sind. Wegen ihrer Missachtung von Menschen- und vor allem Frauenrechten sind sie international isoliert.