Lilien geben ihren Aufstiegstraum nicht auf
Nach zwei Niederlagen in Folge wollen die Zweitliga-Fußballer von Darmstadt 98 weiter hart für die Rückkehr ins Oberhaus arbeiten. Personalprobleme lässt Trainer Kohfeldt nicht als «Alibi» gelten.
Darmstadt (dpa/lhe) - Auch nach zwei Niederlagen in Folge und dem Rückfall auf Tabellenplatz fünf geben die Zweitliga-Fußballer des SV Darmstadt 98 die Hoffnung auf einen Aufstieg ins Oberhaus nicht auf. «Wir hatten in dieser Saison so viel Spaß miteinander, haben so viel Leidenschaft investiert, dass wir auf gar keinen Fall eine Sache tun werden: Jetzt aufhören, nur weil es gerade etwas holprig läuft», erklärte Trainer Florian Kohfeldt nach der 0:2 (0:1)-Pleite seines Teams am Samstag gegen Hannover 96.
Maurice Neubauer (14. Minute) und Stefan Thordarson (56.) hatten den Hessen die erste Heimniederlage seit Mai 2025 zugefügt. Kapitän Marcel Schuhen sieht die Festung am Böllenfalltor allerdings nicht nachhaltig geschwächt. «Jemand ist reingekommen, hat sich etwas vom Buffet genommen, aber jetzt ist hier wieder geschlossen», kündigte der Keeper kampfesfreudig an.
Sonntagsarbeit für den Traum
Schon am Sonntag wollten die Lilien weiter für ihren Traum arbeiten. «Manche pausieren dann, um den Kopf freizubekommen. Aber wir haben Training», erklärte der 33-jährige Schuhen, der mit starken Paraden gegen die Niedersachsen noch Schlimmeres verhindert hatte. «Wir können am 29. Spieltag über einen Aufstiegsplatz sprechen. Es ist gar nicht so lange her, dass wir ganz andere Probleme hatten.» Vor einem knappen Jahr machten die Darmstädter erst zwei Spieltage später, mit einem 1:1 bei Preußen Münster, den Klassenverbleib klar.
Auch Kohfeldt blickt weiter optimistisch voraus. «Wir werden uns jetzt total gut auf Greuther Fürth vorbereiten und versuchen, weiter zu punkten», sagte der 43-Jährige. Hannover habe sich den Sieg verdient, auch wenn die Lilien in der Schlussphase zweimal durch Fraser Hornby gute Chancen auf den Anschluss hatten. Dass im Aufgebot der Gastgeber in Kai Klefisch und Isac Lindberg zwei wichtige Stützen gelbgesperrt fehlten, dass der Kreuzbandriss von Luca Marseiler die Darmstädter in personeller Hinsicht langfristig schwächt, will Kohfeldt nicht als «Alibi» gelten lassen. «Wir haben solche Probleme seit der Winterpause wieder, aber wir sind eine starke Truppe, werden damit umgehen und Lösungen finden», betonte er.
Kohfeldt lobt sein Team
«Ich kann meiner Mannschaft nicht wirklich viel vorwerfen», bilanzierte Kohfeldt den vom Ergebnis her enttäuschenden Auftritt. Hannover habe sich vor allem in den Eins-zu-Eins-Duellen «extrem gut» gezeigt. Die Partie habe jedoch eine Charaktereigenschaft seines eigenen Teams wieder einmal sehr positiv hervorstechen lassen: «Wir hören nicht auf. Auch wenn das heute nicht belohnt wurde. Wir haben Lilien gesehen, die alles gegeben haben.» Mit dieser Einstellung, so hoffe er, könne sich das Bild in den verbleibenden fünf Spielen noch einmal wandeln.