Mann ins Gleisbett gestoßen: Therapieauflage
Frankfurt/Main (dpa/lhe) - Weil er einen Reisenden im Frankfurter Hauptbahnhof grundlos ins Gleisbett geschubst hatte, muss sich ein 40 Jahre alter Mann einer ambulanten psychiatrischen Therapie unterziehen. Das Landgericht Frankfurt setzte am Dienstag die dauerhafte Unterbringung in einer Klinik für den Fall aus, dass er der Auflage nachkommt und regelmäßig Medikamente einnimmt.
Der Beschuldigte hatte Anfang Mai 2022 in der Bahnhofshalle das ihm vollkommen unbekannte Opfer attackiert und auf das Gleis geworfen. Dem Begleiter des 27-Jährigen gelang es, den Mann nach oben zu ziehen, ehe ein Zug einfuhr. Im Krankenhaus trafen sich die beiden Leichtverletzten durch Zufall auf der Notaufnahme wieder, wo es erneut zu Übergriffen kam. Dabei wurden auch Polizeibeamte körperlich angegangen. Bei dem Täter zeigten sich dabei Anzeichen einer schizophrenen Psychose.
Vor Gericht entschuldigte sich der 40-Jährige bei allen Beteiligten, besonders aber bei dem 27-Jährigen, der noch heute an den psychischen Folgen der Tat leidet. Seither habe er den Übergriff mithilfe seiner Ärzte aufgearbeitet und erfolgreich an Therapiemaßnahmen teilgenommen. Staatsanwalt und Gericht sahen einen dauerhaften Klinikaufenthalt daraufhin als nicht mehr erforderlich an. Das Urteil ist bereits rechtskräftig.