Merck erhöht Prognose und setzt auf Milliardendeal in USA
Ein gutes Geschäft mit Laborausrüstung und gefragte Halbleitermaterialien im KI-Boom treiben den Dax-Konzern an. Er wird optimistischer für 2026 - und setzt auf einen Milliardendeal in den USA.
Darmstadt (dpa) - Der Darmstädter Pharma- und Technologiekonzern Merck hebt nach einem überraschend starken zweiten Quartal seine Jahresziele erneut an. Der neue Vorstandschef Kai Beckmann erwartet 2026 nun einen Umsatz von 21,0 bis 21,8 Milliarden Euro, wie das Dax-Unternehmen mitteilte.
Grund seien vor allem die Erholung der Laborsparte rund um die Arzneiherstellung, starke Verkäufe von Halbleitermaterialien inmitten des Booms um Künstliche Intelligenz und ein gutes Geschäft mit Medikamenten gegen seltene Erkrankungen. Zudem zeigt sich Merck für das US-Geschäft beim Multiple-Sklerose-Medikament Mavenclad optimistischer und negative Währungseffekte ließen nach. Erst im Mai hatte der Konzern seine Umsatzprognose auf 20,4 bis 21,4 Milliarden Euro erhöht.
Milliarden-Deal in den USA soll Wachstum beflügeln
«Unsere Ergebnisse im zweiten Quartal bestätigen die anhaltende Dynamik unserer wichtigsten Wachstumsbereiche», sagte Beckmann, der im Mai den Chefposten von Belén Garijo übernommen hatte. Zudem stärke Merck sein Geschäft mit der rund zehn Milliarden Euro schweren Übernahme des US-Laborausrüsters Bio-Techne Corporation, mit der die Darmstädter in wachstumsstarken Bereichen wie Zell- und Gentherapien sowie der Präzisionsdiagnostik zulegen wollen. Der Abschluss der Übernahme, einer der größten Merck-Deals seit Jahren, wird spätestens Anfang 2027 erwartet.
Im zweiten Quartal übertraf Merck die Erwartungen. Der Umsatz stieg um 3,4 Prozent auf 5,43 Milliarden Euro, ein Plus von 4,1 Prozent aus eigener Kraft. Der Gewinn nach Steuern sank zwar um fast ein Viertel auf 494 Millionen Euro. Das um Sondereffekte bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen wuchs jedoch um gut 9 Prozent auf 1,6 Milliarden Euro. Der Konzern erwartet nun 2026 ein operatives Ergebnis von 5,9 bis 6,3 Milliarden Euro statt wie bislang 5,7 bis 6,1 Milliarden Euro.