Bahnhofsviertel

Milieu-Beobachterinnen sehen Bahnhofsviertel im Wandel

Beraterinnen von FIM oder PX Sozialwerk sind regelmäßig im Rotlichtmilieu unterwegs, bieten Prostituierten ihre Unterstützung an. Welche Veränderungen haben sie in den vergangenen Jahren beobachtet?

Schätzungen zufolge gehen rund 200 Frauen in den Laufhäusern im Frankfurter Bahnhofsviertel anschaffen. Foto: Boris Roessler/dpa
Schätzungen zufolge gehen rund 200 Frauen in den Laufhäusern im Frankfurter Bahnhofsviertel anschaffen.

Frankfurt/Main (dpa/lhe) - Die Prostitution im Frankfurter Bahnhofsviertel hat sich nach Beobachtungen von Milieu-Kennerinnen gewandelt - speziell seit der Corona-Pandemie. Die Laufhäuser seien leerer, viele Treffen würden inzwischen online angebahnt, sagt die Geschäftsführerin des diakonischen PX Sozialwerks, Laura Wuttke. Die Frauen arbeiteten in Hotels oder privaten Wohnungsbordellen. Beraterinnen des Sozialwerks sind regelmäßig im Viertel unterwegs, sie betreuen Frauen in Armuts- und prekärer Prostitution. 

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Auch die Mitarbeiterinnen der Beratungsstelle FIM - Frauenrecht ist Menschenrecht e.V. - bieten Prostituierten im Bahnhofsviertel soziale Unterstützung an, kennen sich aus im Milieu. Die stellvertretende Geschäftsführerin Encarni Ramírez Vega sagt, inzwischen blieben in den Laufhäusern viele Zimmer unbesetzt. Auch sie hat beobachtet, dass sich die Prostitution in Hotels, Wohnungen und in den digitalen Raum verlagere. 

Encarni Ramírez Vega schätzt, dass noch rund 200 Frauen in den Laufhäusern im Bahnhofsviertel anschaffen gingen. Der Verein FIM unterstützt Frauen, die prekär im Sexgewerbe tätig sind. Im Mittelpunkt der Beratung stehe die Selbstbestimmung. «Wir wollen Frauen ermächtigen, ihr Leben selbstbestimmter führen zu können, und zwar in der Prostitution oder auch außerhalb», sagt Vega. Dazu gehöre etwa eine Unterstützung, wenn sie aus der Prostitution aussteigen wollten.