Kirche

Neuer Erzbischof von Paderborn in sein Amt eingeführt

Seit Dezember wissen die Paderborner, wer ihr neuer Erzbischof ist. Jetzt wurde der ehemalige Weihbischof von Mainz offiziell in sein Amt eingeführt - bei einem Festgottesdienst im Hohen Dom.

Udo Markus Bentz, neu ernannter Erzbischof von Paderborn. Foto: Guido Kirchner/dpa
Udo Markus Bentz, neu ernannter Erzbischof von Paderborn.

Paderborn (dpa) - Mit Übergabe der päpstlichen Ernennungsurkunde ist am Sonntag der neue Erzbischof von Paderborn in sein Amt eingeführt worden. Es ist der bisherige Weihbischof und Generalvikar von Mainz, Udo Markus Bentz.

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Bei einem Festgottesdienst im Hohen Dom in der nordrhein-westfälischen Stadt las Dompropst Joachim Göbel die päpstliche Ernennungsurkunde vor. Papst Franziskus hatte Bentz am 9. Dezember 2023 zum Nachfolger von Hans-Josef Becker ernannt, der 2022 aus Altersgründen ausgeschieden war. Anschließend nahm Bentz feierlich seinen Platz im Dom ein, bevor Becker den Hirtenstab an den 57-Jährigen übergab.

Zu Gast bei dem Festgottesdienst in Paderborn waren unter anderem der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Georg Bätzing aus Limburg, Erzbischof Rainer Maria Kardinal Woelki aus Köln sowie die Bischöfe Felix Genn aus Münster, Franz-Josef Overbeck aus Essen und Helmut Dieser aus Aachen.

Aus der Politik waren Landtagspräsident André Kuper (CDU), der Chef der NRW-Staatskanzlei Nathanael Liminiski (CDU) als Vertreter der Landesregierung sowie der Bundesvorsitzende der CDU, Friedrich Merz, nach Paderborn gereist. Das Land Hessen vertrat Staatssekretär Benedikt Kuhn.

Der in der Pfalz geborene Becker-Nachfolger ist der 67. Bischof und 5. Erzbischof von Paderborn. 17 Monate war der Bischofsstuhl nicht besetzt. Die Amtseinführung folgte einem festgelegten Protokoll.

Zunächst übergab der Apostolische Nuntius in Deutschland, Nikola Eterović, im Namen des Papstes die Ernennungsurkunde an Dompropst Göbel. Dieser zeigte das Schriftstück vor und las die Urkunde vor.

Unter Fanfarenklängen nahm Bentz dann auf seinem Bischofssitz Platz. Anschließend reichte Becker dem 57-Jährigen den Hirtenstab. Dabei sagte er in Erinnerung an den ersten Bischof von Paderborn: «Nimm hin den Stab des heiligen Hathumar. Trage Sorge für die Kirche von Paderborn, trage Sorge für die ganze Herde Christi. - Der Heilige Geist, der dich zum Bischof bestellt hat, möge dir helfen, das Volk Gottes zu leiten.»

Bentz, der den Bischofsstab von seinem Vorgänger sichtlich gerührt entgegennahm, kündigte in seiner Predigt an, bis zu diesem Sommer alle 19 Dekanate des Erzbistums besuchen zu wollen. Dekanate sind Organisationsstrukturen wie etwa Kreise in einem Land. Nach dem Gottesdienst lud das Erzbistum am Abend zu einem Kennenlernfest in eine Mehrzweckhalle in der Innenstadt ein.

Bätzing gratulierte dem neuen Erzbischof im Gottesdienst und bedankte sich für seine bisherige Arbeit in der Deutschen Bischofskonferenz. Bentz leitet die Arbeitsgruppe Naher und Mittlerer Osten. Ausdrücklich hob Bätzing dessen Éinsatz beim Synodalen Weg der Kirche in Deutschland hervor. «Du bist diesen Weg von Anfang an engagiert mitgegangen, hast ihn unterstützt, wo es nur ging, und bist auch weiterhin davon überzeugt, dass wir nur als synodale Kirche die Herausforderungen der Gegenwart bewältigen und auf offene Fragen Antworten geben können», sagte der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz.

Geografisch erstreckt sich das Erzbistum mit 1,4 Millionen Katholiken in Nordrhein-Westfalen von Minden im Norden bis nach Siegen im Süden und von Herne im Westen bis nach Höxter im Osten. Zusätzlich zu den Gebieten in Westfalen zählen Teile des Kreises Waldeck-Frankenberg (Hessen) und die Stadt Bad Pyrmont (Niedersachsen) zum Erzbistum. Paderborn ist eins von bundesweit sieben Erzbistümern und nimmt damit eine der zentralen Führungspositionen in der katholischen Kirche in Deutschland ein.