Jugendämter

Neuer Höchststand bei Zahl der Kindeswohlgefährdungen

Misshandlung, Vernachlässigung und sexuelle Gewalt an Kindern und Jugendlichen: Rund 6.200 derartige Fälle haben die Jugendämter in Hessen festgestellt.

Mit 6.200 Fällen haben die hessischen Jugendämter im Jahr 2023 einen neuen Höchststand an Fällen akuter oder latenter Kindeswohlgefährdung gemeldet. (Symbolfoto) Foto: Marijan Murat/dpa
Mit 6.200 Fällen haben die hessischen Jugendämter im Jahr 2023 einen neuen Höchststand an Fällen akuter oder latenter Kindeswohlgefährdung gemeldet. (Symbolfoto)

Wiesbaden (dpa/lhe) - Die Zahl der von hessischen Jugendämtern gemeldeten Fälle von Kindeswohlgefährdungen hat im vergangenen Jahr laut Statistik einen Höchststand erreicht. Nach Angaben des Statistischen Landesamtes wurden 6.200 Fälle verzeichnet und damit rund zehn Prozent mehr als im Jahr davor.

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In 47 Prozent der Fälle stellten die Jugendämter psychische Misshandlungen fest, in 48 Prozent Vernachlässigung, in 29 Prozent körperliche Misshandlungen und in 5 Prozent Anzeichen sexueller Gewalt. Knapp die Hälfte (46 Prozent) aller Gefährdungseinschätzungen habe Kinder unter sieben Jahren betroffen.

Auch Zahl der Gefährdungseinschätzungen steigt

In 705 Fällen ordneten hessische Familiengerichte den Angaben zufolge Maßnahmen zum teilweisen oder vollständigen Entzug der elterlichen Sorge an. Das waren ungefähr so viele wie im Jahr 2022 (704). Insgesamt nahmen die hessischen Jugendämter im vergangenen Jahr rund 17.770 Gefährdungseinschätzungen vor. Das waren 7 Prozent mehr als im Vorjahr.