OB fordert Aufarbeitung nach Ausschreitungen bei Festival
Gießen (dpa) - Der Gießener Oberbürgermeister Frank-Tilo Becher (SPD) fordert eine Aufarbeitung der Geschehnisse rund um das Eritrea-Festival, das von Ausschreitungen von Veranstaltungsgegnern begleitet wurde. «Die Bilder, die aus unserer Stadt am Wochenende durch die Welt gingen, sind unerträglich», wurde Becher am Sonntag in einer Mitteilung der Stadt zitiert.
Tausende unbeteiligte Bürgerinnen und Bürger seien in ihrem alltäglichen Leben mehr als einen ganzen Tag massiv eingeschränkt worden. «Man muss angesichts dessen tatsächlich die Frage stellen: Stehen diese Einschränkungen noch im richtigen Verhältnis zu dem Wunsch des Veranstalters, ein Fest zu feiern? Diese Frage gehört auf allen Ebenen - politisch wie juristisch - aufgearbeitet», erklärte das Stadtoberhaupt. Die Stadt hatte versucht, das Festival zu verhindern. Die Verwaltungsgerichte hoben das Verbot jedoch wieder auf.
Veranstalter des Festivals war der Zentralrat der Eritreer in Deutschland, der wegen seiner Nähe zu dem Regime in dem Land am Horn von Afrika als umstritten gilt. Schon im August 2022 war es bei der vorangegangenen Veranstaltung zu gewaltsamen Ausschreitungen mit verletzten Besuchern und Polizisten gekommen.