Dreier-Debatte

Özdemir nimmt Hagel wegen Spruch über Schülerin in Schutz

Ein Video aus 2018 sorgt für Wirbel: CDU-Mann Hagel spricht darin über eine Schülerin - und bekommt scharfe Kritik von den Grünen. Was sagt deren Spitzenkandidat dazu?

Özdemir holt mit den Grünen auf, aber die CDU bleibt in Umfragen stärkste Kraft. Foto: Bernd Weißbrod/dpa
Özdemir holt mit den Grünen auf, aber die CDU bleibt in Umfragen stärkste Kraft.

Stuttgart (dpa/lsw) - Grünen-Spitzenkandidat Cem Özdemir hat seinen CDU-Kontrahenten Manuel Hagel mit Blick auf dessen Äußerung über eine Schülerin vor acht Jahren in Schutz genommen. «Ich bin mir sicher, Herr Hagel würde das heute nicht mehr so formulieren», sagte Özdemir am Abend in der Live-Sendung «Die Debatte - wer überzeugt Baden-Württemberg?» im SWR. 

Newsletter

Holen Sie sich den WNOZ-Newsletter und verpassen Sie keine Nachrichten aus Ihrer Region und aller Welt.

Mit Ihrer Registrierung nehmen Sie die Datenschutzerklärung zur Kenntnis.

Hintergrund ist die Kritik einer Grünen-Politikerin an einem Auftritt Hagels in einer Sendung im Jahr 2018. Die Bundestagsabgeordnete Zoe Mayer aus Karlsruhe postete auf X ein Video, in dem der Ausschnitt des Interviews mit Hagel - damals Landtagsabgeordneter und CDU-Generalsekretär - zu sehen ist. 

In dem Clip berichtet Hagel von einem Besuch an einer Realschule in seinem Wahlkreis. In der Klasse hätten damals 80 Prozent Mädchen gesessen, berichtete Hagel. «Also da gibt’s für 29-jährige Abgeordnete schlimmere Termine als diesen.» Dann geht er noch auf eine Schülerin näher ein, die die erste Frage gestellt habe: «Ich werd’s nie vergessen, die erste Frage, sie hieß Eva, braune Haare, rehbraune Augen.» 

Grünen-Abgeordnete kritisierte Hagel

Eigentlich möchte Hagel in dem Interview mit dem Beispiel ausdrücken, dass Sprache in der Politik wichtig ist und die Menschen erreichen muss. 

Die Grünen-Politikerin Mayer postete den Clip und kritisierte: «Was meint ein erwachsener Mann damit, dass es ein besonders schöner Termin ist, wenn er in einem Klassenzimmer mit maximal 16-Jährigen sitzt?» Mayer fragt auch, warum es um das Aussehen eines minderjährigen Mädchens gehen müsse, wenn doch ihre Frage im Mittelpunkt stehe, und was das für ein Signal an Mädchen und junge Frauen sende, die sich in der Politik engagieren wollten. 

Hagel hatte bereits am Mittag auf die Kritik reagiert und gesagt: «Der Einstieg für dieses Interview 2018 war Mist.» Seine Frau habe ihm damals direkt den Kopf gewaschen. Heute würde er den Satz so nicht mehr sagen, sagte Hagel in der SWR-Sendung.