Pokal-Krawalle in Mannheim: Strafverfahren gegen Polizisten
Der Polizeieinsatz beim DFB-Pokal-Erstrundenspiel zwischen Mannheim und Kaiserslautern beschäftigt die Staatsanwaltschaft. Gegen einen Beamten läuft nun ein Strafverfahren.
Mannheim (dpa) - Nach den Krawallen im DFB-Pokal-Derby zwischen Waldhof Mannheim und dem 1. FC Kaiserslautern hat die Staatsanwaltschaft ein Strafverfahren gegen einen Polizisten eingeleitet. Es werde «wegen versuchter gefährlicher Körperverletzung im Amt und Verstoß gegen das Sprengstoffgesetz» ermittelt, bestätigte die Staatsanwaltschaft Mannheim der Deutschen Presse-Agentur. Zuerst hatte die «Rhein-Neckar-Zeitung» über das Strafverfahren berichtet.
Die Polizei hatte am Dienstag Ermittlungen gegen einen Beamten bestätigt, nachdem es zuvor Medienberichte darüber gegeben hatte. Demnach soll auf Videomaterial ein Mensch in schwarzer Kleidung und mit Helm zu sehen sein, der einen brennenden Gegenstand vom Rasen aufhebt und zurück in Richtung einer Tribüne wirft. Ob dabei jemand verletzt wurde, sei unklar.
Spiel stand kurz vor dem Abbruch
Zuvor hatten Fans beider Vereine aus ihren Blöcken Pyrotechnik teilweise auf das Spielfeld geworfen. Das Fußballspiel am 21. August, das Kaiserslautern schließlich mit 1:0 nach Verlängerung gewann, hatte wegen der vielen Ausschreitungen kurz vor dem Abbruch gestanden.
Rund 1.400 Polizisten waren bei dem Südwest-Duell im Einsatz, 35 davon wurden verletzt. Zudem mussten 85 Zuschauer medizinisch betreut werden, acht von ihnen seien zur weiteren Behandlung ins Krankenhaus gekommen.