Gesundheit

Preisexplosion bei Heilmitteln

Krankenkassen und Patienten geben heute doppelt so viel für Physiotherapie aus wie vor zehn Jahren. Dabei ist die Zahl der Verordnungen gar nicht gestiegen.

Massagen helfen bei der Heilung - kosten aber immer mehr. (Archivbild) Foto: Robert Michael/dpa
Massagen helfen bei der Heilung - kosten aber immer mehr. (Archivbild)

Frankfurt/Main (dpa/lhe) - Krankenkassen und Patienten zahlen viel mehr Geld für Heilmittel wie Physiotherapie als früher. Therapeuten würden trotzdem in ihrem Beruf nicht reich, sagte der VDB-Physiotherapieverband. Das Wissenschaftliche Institut der AOK fand heraus, dass die Kosten für Heilmittel – darunter fallen zum Beispiel Physio- und Ergotherapie – in Hessen innerhalb von zehn Jahren auf das fast Doppelte gestiegen sind.

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Die Gesamtkosten für Heilmitteltherapien lagen 2023 bei AOK-Versicherten in Hessen bei 191 Millionen Euro. Im Vergleich zu 2014 ist das eine Steigerung von 89,7 Prozent, wie das Institut berechnete. Bundesweit liegt die Steigerungsrate demnach sogar bei 112,8 Prozent. 

«Dabei ist die Zahl der Verordnungen für AOK-Versicherte sogar leicht gesunken, ebenso die Zahl der Patientinnen und Patienten», erklärte die AOK. Als Grund für diese Entwicklung nannte die Kasse die «enorm gestiegenen Preise für Behandlungen».

«Alles hat sich brutal verteuert»

Die größte Steigerung ist laut AOK im Bereich der podologischen Verordnungen
zu verzeichnen, also bei Füßen. Dazu tragen Maßnahmen bei, die in den vergangenen Jahren neu dazugekommen sind, etwa die Nagelspangenbehandlung.

Laut VDB-Physiotherapieverband ist es keineswegs so, dass Therapeuten heute doppelt so viel verdienen wie vor zehn Jahren. «Alles hat sich brutal verteuert», sagte Bundesvorsitzender Herrn Marcus Troidl der Deutschen Presse-Agentur. Neben der allgemeinen Inflation seien auch die Mieten für die Praxen gestiegen, die Heizkosten in den Praxisräumen oder die Spritkosten für Hausbesuche. 

Seit die Verhandlungen bundeseinheitlich geführt würden und nicht mehr auf Länderebene, habe es auch «deutliche Steigerungen bei den Gehältern» gegeben, erklärte Troidl. Die Gehälter seien auf einen Schlag um 30 Prozent verteilt auf drei Jahre angehoben worden. Die gestiegenen Kosten hätten das aber weitgehend aufgezehrt.