Priesteramt oder Ehe? Bistum Limburg äußert sich zum Zölibat
Ein katholischer Pfarrer verlässt seine Gemeinde für die Liebe. Seine Diözese erklärt, inwiefern auch in der Kirche selbst über das Eheverbot für Priester debattiert wird.
Limburg (dpa) - Nach dem schlagzeilenträchtigen Abschied von einem verliebten Priester hat das Bistum Limburg mit wägenden Worten Stellung zur Ehelosigkeit katholischer Pfarrer genommen. Der langjährige Priester Andreas Unfried in Oberursel im Taunus verzichtet nach eigenen Worten auf seine Pfarrei wegen der Liebe zu einer Frau, die er heiraten will. Das hat die Debatte über den Zwang zur Ehelosigkeit von Priestern erneut in den Fokus gerückt.
Bistumssprecher Stephan Schnelle teilte der Deutschen Presse-Agentur einerseits mit: «Der Zölibat ist eine wertvolle geistliche Lebensform, die sich an der Lebensweise Jesu orientiert und Ausdruck der Hingabe an Gott und die Menschen ist.»
Bistum: «Der verpflichtende Zölibat ist kein Dogma»
Andererseits sei davon die Frage zu unterscheiden, ob die Ehelosigkeit zwingende Voraussetzung für das Priesteramt sein müsse. «Der verpflichtende Zölibat ist kein Dogma, sondern eine kirchliche Regelung, über die seit langem auch in der Weltkirche diskutiert wird», erklärte der Sprecher von Bischof Georg Bätzing.
Dabei gehe es nicht um Abschaffung oder Abwertung des Zölibats, sondern um die Frage, ob künftig auch andere Zugänge zum Priesteramt möglich sein könnten. «Verheiratete katholische Priester gibt es bereits heute, etwa in den katholischen Ostkirchen», erläuterte Schnelle. Eine grundlegende Änderung könne allerdings «nur auf weltkirchlicher Ebene entschieden werden».
Evangelische Freiheiten
Die Weltkirche umfasst die Glaubensgemeinschaft aller Katholiken auf der Erde, mit dem Papst im Vatikan an der Spitze. Evangelische Pfarrer dürfen heiraten und Kinder bekommen.