Wildpopulation

Projekt «Metahamster» soll Feldhamsterschutz voranbringen

Die Bestände des Feldhamsters gehen seit den 1970er Jahren deutlich zurück. Inzwischen gibt es nur noch zehn genetisch unterschiedliche Wildpopulationen in Hessen. Ein neues Forschungsprojekt soll nun genetische Daten liefern - für einen besseren Schutz.

Wiesbaden (dpa/lhe) - Um den Feldhamster vor dem Aussterben zu bewahren, startet in Hessen das neue Forschungsprojekt «Metahamster». Im Zentrum stehe die Auswertung und Nutzung von Daten über das Erbgut des stark bedrohten Nagers, teilte das Hessische Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie (HLNUG) am Mittwoch in Wiesbaden mit. An dem Projekt sind mehrere hessische Forschungseinrichtungen beteiligt.

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Ziel sei ein Gesamtkonzept für die Erhaltung des Feldhamsters in Hessen, erläuterte Projektleiter Tobias Erik Reiners, Wissenschaftler am Senckenberg Forschungsinstitut und Naturmuseum Frankfurt. «Dabei wollen wir auf den bisherigen Initiativen des Feldhamsterschutzes aufbauen und zudem neue genomische Daten nutzen, aus denen sich viel über die Entwicklung und die Inzuchtbelastung jeder Population ablesen lässt.»

Die Bestände des Feldhamsters gehen seit den 1970er Jahren deutlich zurück, wie das HLNUG mitteilte. Zu den Gründen zählten vermutlich die industrielle Landwirtschaft, die intensive Bodenbearbeitung und die immer frühere Erntezeit. Die massive Bebauung landwirtschaftlicher Flächen verhindere zudem die Wanderung von Tieren und den genetischen Austausch.

«Ohne weitere Forschung und Erhaltungsmaßnahmen könnte die Art laut Prognosen in den kommenden rund zwanzig Jahren vollständig aussterben», warnte das HLNUG. Gerade einmal zehn genetisch unterschiedliche Wildpopulationen gebe es aktuell noch in Hessen, in mehreren anderen Bundesländern seien die Nagetiere bereits verschwunden.

Bei «Metahamster» wird unter anderem das Erbgut der verbliebenen Hamster-Populationen untersucht. Dafür werden Haar- und Kotproben eingesammelt. «Eine wichtige Rolle für die Zukunft des Feldhamsters spielt seine verbliebene genetische Diversität, also die Vielfalt und Flexibilität im Erbgut, die der Art ihre Reproduktionsfähigkeit, eine gesunde Wiederausbreitung und Anpassungsfähigkeit in Zeiten des globalen Wandels ermöglicht», erklärte Reiners.