Falsche Fährte gelegt?

Prozess um mutmaßlich vorgetäuschten Brandanschlag beginnt

Eine Familie soll ihr eigenes Haus angezündet und einen rechtsextremen Anschlag vorgetäuscht haben. Nun muss sie sich vor Gericht verantworten.

Laut Staatsanwaltschaft versuchten die Hauseigentümer, einen rechtsextremen Anschlag vorzutäuschen, um damit eine falsche Spur zu legen. (Archivfoto) Foto: Marc Webersinn/5vision.news/dpa
Laut Staatsanwaltschaft versuchten die Hauseigentümer, einen rechtsextremen Anschlag vorzutäuschen, um damit eine falsche Spur zu legen. (Archivfoto)

Hanau (dpa/lhe) -   Weil sie an Weihnachten 2023 ihr eigenes Haus angezündet haben sollen, müssen sich heute (9.00 Uhr) drei Männer und eine Frau vor dem Landgericht Hanau verantworten. Die Anklage lautet auf schwere Brandstiftung, schweren Betrug sowie Vortäuschung einer Straftat.

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In der Nacht zum 1. Weihnachtsfeiertag hatte der Wohnhausbrand für überregionales Aufsehen gesorgt, weil nach den Löscharbeiten an zwölf Stellen in dem von einer pakistanischen Familie bewohnten Gebäude rechtsextreme Parolen an den Wänden gefunden wurden. Zunächst hatte der Staatsschutz der Polizei wegen eines politischen Verbrechens ermittelt.

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft Hanau sollen die Angeklagten diese Parolen jedoch selbst gesprüht haben, um eine falsche Fährte zu legen und von ihrer eigenen Straftaten abzulenken. Motiv soll gewesen sein, die Versicherungssumme von 350.000 Euro zu bekommen. 

Hauptangeklagte sind der 48-jährige Hausbesitzer und dessen 35 Jahre alter Schwager. Beide sollen das Haus angezündet haben. Die Ehefrau des Beschuldigten sowie ein 56-jähriger Freund der Familie sind wegen Beihilfe angeklagt. Das Gericht hat 14 Verhandlungstage bis Ende Februar 2025 anberaumt.