Hessisches Beratungsnetzwerk

Rechtsextremismus und Rassismus: Rekord bei Beratungsfällen

Das Hessische Beratungsnetzwerk berät in Fällen von Rassismus und Rechtsextremismus. Die Beratungsfälle stiegen 2023 auf einen Höchstwert - und die Tendenz zeigt weiter nach oben.

«Gegen Rassismus» steht auf einem Plakat geschrieben. Foto: Stefan Sauer/dpa/Symbolbild
«Gegen Rassismus» steht auf einem Plakat geschrieben.

Marburg (dpa/lhe) - Die Nachfrage nach Beratungsangeboten bei den Themen Rechtsextremismus und Rassismus ist in Hessen im Jahr 2023 auf einen Rekordwert gestiegen. Das hessische Beratungsnetzwerk für Demokratie und gegen Rechtsextremismus registrierte im vergangenen Jahr 307 Beratungsfälle - so viele wie noch nie, wie das zuständige Demokratiezentrum Hessen an der Philipps-Universität Marburg am Montag mitteilte. Im Vorjahr waren es demnach noch 206 Fälle gewesen, die Zahl der Hilfeanfragen stieg also um 49 Prozent. «Dabei ist eine deutliche Zunahme vor allem bei Beratungsthemen wie Rassismus, Rechtsextremismus, Antisemitismus und Queerfeindlichkeit erkennbar», hieß es. Auch im laufenden Jahr 2024 zeige sich bereits ein ähnliches Bild: Von Januar bis April 2024 war die Zahl der Fälle beim Beratungsnetzwerk mit 112 so hoch wie nie zuvor in Vergleichszeiträumen.

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Ursachen für den deutlichen Anstieg der Beratungszahlen sind laut Demokratiezentrum Hessen unter anderem im erstarkten Rechtsextremismus und -populismus und bei Verrohrungen und Anfeindungen im Internet zu suchen. Ausgelöst werde dies auch durch viele gleichzeitig stattfindende Krisen, wie etwa die Kriege in der Ukraine und im Nahen Osten oder der Klimawandel. Das könne bei vielen Menschen zu einer «allgemeinen Verunsicherung, schwindendem Vertrauen in die Politik und Forderungen nach einfachen, schnellen Lösungen führen, die rechtsextreme Kreise vermeintlich anzubieten scheinen.»

Das vom Land Hessen und vom Bund geförderte «Beratungsnetzwerk Hessen - gemeinsam für Demokratie und gegen Rechtsextremismus» berät kostenlos und vertraulich Hilfesuchende wie Schulen, Eltern, Familienangehörige, Kommunen, Vereine, Diskriminierungsopfer und andere Betroffene in Fällen von Rechtsextremismus, Antisemitismus, Rassismus oder Fällen gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit.