CDU

Rhein: Frage der Kanzlerkandidatur wird erst besprochen

Wiesbaden (dpa) - Längst wird über einen sich anbahnenden Machtkampf um die Kanzlerkandidatur in der Union spekuliert - Hessens Regierungschef Boris Rhein (CDU) sieht hier die Zeit für eine Klärung aber noch nicht gekommen. «Die Frage steht jetzt nicht an. Wir werden das zu gebotener Zeit gemeinsam entscheiden», sagte der 51-jährige Ministerpräsident «Zeit Online». «Natürlich entscheiden alle unsere Landesverbände mit: Jeder CDU-Ministerpräsident ist qua Amt Mitglied im Parteipräsidium», ergänzte Rhein.

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Auf die Frage, ob CDU-Chef Friedrich Merz der natürliche Kanzlerkandidat sei, antwortete Hessens Regierungschef: «Das werden wir in aller Ruhe besprechen, wenn die Zeit reif dafür ist.» Rhein führte aus: «Der Bundesvorsitzende hat eine außergewöhnlich starke Stellung in der CDU, also wird er auch eine außergewöhnlich große Rolle bei der Entscheidung spielen.»

Seit Kurzem gibt es Spekulationen über einen möglichen Streit zwischen Merz (67) und dem nordrhein-westfälischen Regierungschef Hendrik Wüst (47) um die nächste Kanzlerkandidatur der Union. Entzündet hat er sich an pointierten Aussagen von Wüst, die teils als Abgrenzung von Merz verstanden wurden. Rhein sagte mit Blick auf seinen NRW-Amtskollegen: «Ich habe mit ihm darüber nicht gesprochen. Aber auch andere in der CDU haben sicher ein Interesse an der Kanzlerkandidatur.»

Rhein äußerte sich zudem zur doppelten Staatsbürgerschaft. Einer seiner Amtsvorgänger, Roland Koch (CDU), hatte 1999 die hessische Landtagswahl auch dank einer Unterschriftenkampagne gegen den Doppelpass gewonnen. Rhein sagte, bei jener Abstimmung sei die CDU vor allem wegen anderer Themen erfolgreich gewesen: «100.000 Schulstunden pro Woche sind unter der damaligen SPD-Landesregierung ausgefallen, die Polizei hat nicht einmal jede zweite Straftat aufgeklärt. Dazu kam dann die Doppelpass-Kampagne. Ich denke nicht darüber nach, die nachzumachen. Das war eine andere Zeit.»