RKI: Schon knapp 800 Hitzetote im Südwesten
Hohe Temperaturen gehen oft mit mehr Sterbefällen einher. In diesem Jahr sind bereits viele Menschen gestorben im Südwesten. Besonders ältere Menschen sind gefährdet.
Stuttgart/Berlin (dpa/lsw) - In Baden-Württemberg sind nach Schätzung des Robert Koch-Instituts (RKI) in diesem Sommer bereits knapp 800 Menschen an den Folgen von Hitze gestorben. Einschließlich der extremen Hitzewelle Ende Juni geht das RKI von 790 hitzebedingten Sterbefällen im Land aus. Damit kommen im laufenden Jahr sieben hitzebedingte Todesfälle auf 100.000 Einwohnerinnen und Einwohner. Besonders ältere Menschen sind betroffen.
Es handelt sich dabei aber nicht um einen Rekordwert der vergangenen Jahre. Im besonders heißen und trockenen Jahr 2018 gab es laut RKI in Baden-Württemberg 1150 Hitzetote, 2022 waren es 1110. Im vergangenen Jahr sind dem RKI zufolge 830 Menschen im Südwesten im Zusammenhang mit Hitze gestorben. Die RKI-Schätzung basiert unter anderem auf dem Monitoring der Sterbefallzahlen des Statistischen Bundesamtes und Daten des Deutschen Wetterdienstes.
Oft Kombination mit Vorerkrankungen
Bundesweit geht das RKI von bislang 5.120 hitzebedingten Sterbefällen in diesem Jahr aus. Dazu zählen Fälle, in denen die Hitzeeinwirkung - etwa bei einem Hitzeschlag - den Tod unmittelbar ausgelöst hat. In den meisten Fällen führe jedoch eine Kombination aus Vorerkrankungen und Hitze zum Tod, hieß es. Auf dem Totenschein werde zumeist nicht die Hitze als Todesursache vermerkt. Daher stellt das RKI statistische Berechnungen zu den Hitzetoten an.
In der letzten Juniwoche hatte es eine außergewöhnlich intensive und anhaltende Hitzewelle mit regional über 40 Grad gegeben. Mehrfach waren Temperaturrekorde gebrochen worden. Weil der Sommer erst angefangen hat, könnte die Anzahl der Hitzetoten je nach Wetterlage noch deutlich steigen.