Migration

Rund 700 Laiendolmetscher helfen Migranten in Hessen

Flüchtlinge vor Gewalt oder Krieg etwa in Afrika oder in der Ukraine stehen bei offiziellen Terminen oft vor hohen Sprachhürden. Bürgerschaftliches Engagement kann weiterhelfen. Wie?

Wie geht es dem eigenen Kind in der Kita? Migranten mit mangelnden Deutschkenntnissen können bei Elterngesprächen ehrenamtliche Hilfe bekommen. (Symbolbild) Foto: Patrick Pleul/dpa
Wie geht es dem eigenen Kind in der Kita? Migranten mit mangelnden Deutschkenntnissen können bei Elterngesprächen ehrenamtliche Hilfe bekommen. (Symbolbild)

Wiesbaden (dpa/lhe) - Beim Elterngespräch in der Kita oder beim Termin im Rathaus größtenteils nur Bahnhof verstehen? Immer mehr Laiendolmetscherinnen und -dolmetscher helfen in Hessen Migranten mit noch wenigen Deutschkenntnissen etwa bei Terminen in Kindergärten, Schulen und Behörden. Seit Einführung eines Förderprogramms 2018 habe sich ihre Zahl konstant erhöht, teilt das Integrationsministerium in Wiesbaden der Deutschen Presse-Agentur mit. Derzeit seien landesweit rund 700 Laiendolmetscher aktiv.

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Ihre Arbeit «wird in den Kommunen stark nachgefragt und geschätzt», hieß weiter. «Sprache ist der Schlüssel zu gesellschaftlicher Teilhabe.» Die ehrenamtlichen Dolmetscher unterstützen laut Ministerium sowohl die Migranten als auch die Mitarbeiter von Kindergärten, Schulen und Behörden. 

Kurzausbildung für ehrenamtliche Sprachmittler

Diese Bürger ohne formale Dolmetscherausbildung, aber mit Fremdsprachenkenntnissen müssen dem Integrationsministerium zufolge «vor ihren Einsätzen eine Basisqualifizierung im Umfang von 24 Unterrichtseinheiten à 45 Minuten absolvieren». 

Auch bei Elterngesprächen über eigene Kinder in Schulen können Migranten von Laiendolmetschern begleitet werden. (Symbolbild) Foto: Elisa Schu/dpa
Auch bei Elterngesprächen über eigene Kinder in Schulen können Migranten von Laiendolmetschern begleitet werden. (Symbolbild)

Dabei gehe es um Grundzüge des Dolmetschens, also etwa um eigene Neutralität, «Sprach- und Kulturkontraste» und Grundkenntnisse über Institutionen wie Ausländerbehörden, Sozialämter und Krankenhäuser. «Darüber hinaus können je nach Einsatzgebiet Spezialkenntnisse, zum Beispiel im Gesundheitsbereich, vermittelt werden», heißt es weiter. 

Polizeiliches Führungszeugnis ist Pflicht

Ehrenamtliche Dolmetscher müssen laut Ministerium ein polizeiliches Führungszeugnis vorzulegen, «zudem ist eine Erklärung zur Schweigepflicht, Neutralität, Transparenz und wertneutralen Sprachmittlung zu unterschreiben». Für ihre Einsätze können Laiendolmetscher eine Aufwandsentschädigung erhalten.