Geschichte

Schäuble und Kretschmann würdigen Badische Revolution

Ein Gemälde in einer Erinnerungsstätte zeigt den Revolutionär Friedrich Karl Franz Hecker. Foto: Uli Deck/dpa
Ein Gemälde in einer Erinnerungsstätte zeigt den Revolutionär Friedrich Karl Franz Hecker.

Rastatt (dpa/lsw) - Vor 175 Jahren legte die Badische Revolution den Grundstein für die Demokratie - um Veränderungen durchzusetzen, braucht es aus Sicht der Politik heute aber keinen Aufruhr. Friedrich Hecker, Badens bekanntester Revolutionär (1811-1881), sei bis heute eine der Symbolfiguren des deutschen Freiheitskampfes und des Republikanismus, sagte Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) der Deutschen Presse-Agentur. Der leidenschaftliche und mutige Politiker sei aber auch ungeduldig und ungestüm gewesen und in mancher Hinsicht ein Träumer. «Das führte ihn auch in das unbedachte Abenteuer des Hecker-Zuges. Und er irrte sich, wenn er glaubte, mit Gewalt im Kampf Veränderungen zu erzwingen», sagte Kretschmann.

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Hecker war Ende April 1848 mit mehreren hundert Bewaffneten von Konstanz Richtung Karlsruhe gezogen, um mit weiteren Freischaren die Regierung zu stürzen. Der Hecker-Zug scheiterte nach einigen Tagen; er wurde von badischen und hessischen Truppen beendet.

Die Badische Revolution von 1848/49 sei als erste ihrer Art besonders und wegen ihrer prägenden demokratischen Initiativen noch heute bedeutsam, sagte der frühere Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble (CDU) der Deutschen Presse-Agentur. So sehr man in der Politik nicht nur etwas ankündigen, sondern auch tun müsse - in einer freiheitlichen rechtsstaatlichen Demokratie braucht es aus seiner Sicht dafür keine Revolution. Man müsse nur die gegebenen demokratischen Rechte wahrnehmen. «Und doch stellen sich Leute wie etwa die Reichsbürger gegen genau diese Institutionen. Deswegen bin ich mir sicher: Hecker wäre der größte Gegner von Querdenkern und Reichsbürgern gewesen», so Schäuble.