Musiktheater

«Schimmelreiter»-Musical begeistert Storms Ur-Urenkel

Wie fühlt es sich an, den Literaturklassiker des Vorfahren als Musiktheater zu sehen? Ein ganz besonderer Zuschauer ist vor allem vom Bühnenbild sehr angetan.

Ohne Schimmel kein «Schimmelreiter»: Musicalproduzent Scholz (l.) hatte Storms Ur-Urenkel Helmuth Rieger bei einem Blick hinter die Kulissen die Pferdepuppe gezeigt, in die bei den Aufführungen zwei Bühnenarbeiter schlüpfen. (Archivbild) Foto: Michael Bauer/DPA
Ohne Schimmel kein «Schimmelreiter»: Musicalproduzent Scholz (l.) hatte Storms Ur-Urenkel Helmuth Rieger bei einem Blick hinter die Kulissen die Pferdepuppe gezeigt, in die bei den Aufführungen zwei Bühnenarbeiter schlüpfen. (Archivbild)

Fulda (dpa/lhe) - Theodor Storms berühmte Novelle «Der Schimmelreiter» ist in Fulda als Musical auf die Bühne gekommen. Für einen Mann ist das ein besonders emotionales Erlebnis: Helmuth Rieger ist der Ur-Urenkel Storms. 

Gemeinsam mit seiner Frau, zwei Kindern, Mutter und Tante hat er jetzt erstmals die Aufführung im Fuldaer Schlosstheater besucht und gesehen, wie die Erzählung seines Vorfahren als Musikstück umgesetzt wurde. Und er ist begeistert.

«Überwältigendes Bühnenbild»

«Es hat mir sehr gut gefallen», sagte der Fuldaer der Deutschen Presse-Agentur. «Das Bühnenbild und die Effekte sind überwältigend.» Dadurch werde eine geradezu unglaubliche Atmosphäre geschaffen. Für seine fast 90 Jahre alte Mutter seien Donner und andere Effekte aber manchmal etwas zu laut gewesen.

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Ob auch Theodor Storm (1817-1888) seinen Spaß an dem «Schimmelreiter»-Musical gehabt hätte? «Ich denke schon, dass es ihm gefallen hätte. Er hat eigentlich immer fortschrittlich gedacht», antwortet Rieger. Aber letztlich sei das schwierig zu beurteilen: «Man muss es immer im Zeitgeist sehen.»

Das Stück der Fuldaer Erfolgsproduzenten Spotlight Musicals («Bonifatius», «Die Päpstin», «Medicus», «Robin Hood») wurde bei der Weltpremiere am 5. Juni vom Publikum gefeiert. Viele Aufführungen in Fulda sind bereits ausverkauft. Tickets für die Verlängerung bis zum 6. September sind nach Angaben der Produzenten aber noch erhältlich.

Zwischen Spuk und Realität

Komponist und Autor Dennis Martin verwandelte den Literaturklassiker in ein emotionales Musical mit Elementen einer Gothic Novel. Zwischen Spuk und Realität, Liebe und Tragödie entwickelt sich auf der Bühne eine atmosphärisch dichte Geschichte.

Erstmals setzte Spotlight dabei auf eine riesige LED-Leinwand, auf der sich Wolkenberge auftürmen, Deiche brechen und Sturmfluten heranrollen. Gemeinsam mit Windmaschinen, Lichteffekten und der Drehbühne entsteht ein Sog, der die Zuschauer mitten in die raue Welt der nordfriesischen Küste hineinzieht.