Versuchter Mord

Schüsse auf sechs Rocker: 32-Jähriger steht vor Gericht

Er soll sich von ihnen gestört gefühlt haben und letztlich seine Waffe gezogen haben: Ein 32-Jähriger steht wegen versuchten Mordes an sechs Mitgliedern eines Rockerclubs in Mannheim vor Gericht.

Am Landgericht Mannheim beginnt der Prozess gegen einen 32-Jährigen, der sechs Mitglieder des regionalen Motorradclubs MC Germanen mit Schüssen verletzt haben soll. (Archivbild) Foto: Marijan Murat/dpa
Am Landgericht Mannheim beginnt der Prozess gegen einen 32-Jährigen, der sechs Mitglieder des regionalen Motorradclubs MC Germanen mit Schüssen verletzt haben soll. (Archivbild)

Mannheim (dpa/lsw) - Weil er sechs Mitglieder des lokalen Motorradclubs MC Germanen mit Schüssen verletzt haben soll, steht ein 32-Jähriger von Mittwoch (9.00 Uhr) an in Mannheim vor Gericht. Die Anklage lautet auf versuchten Mord in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung in sechs Fällen. Der Angeklagte sitzt laut Gericht wegen einer anderen Sache bereits in Haft. Warum, dazu äußerte sich eine Sprecherin nicht. 

Der türkische Staatsangehörige soll sich im September 2021 in einem Café in Mannheim aufgehalten haben. Mit der gleichzeitigen Anwesenheit der Mitglieder des Motorradclubs MC Germanen sei er nicht einverstanden gewesen, heißt es. Im Laufe des Abends sei es zu verbalen Auseinandersetzungen gekommen.

Angeklagter soll mindestens 13 Schüsse abgegeben haben

Als die Mitglieder des Motorradclubs später das Café verließen, soll der Angeklagte ein Opfer gestoßen und einem anderen eine Ohrfeige gegeben haben. Daraufhin soll es zu einem Gerangel gekommen sein. Der Angeklagte soll für die Beteiligten völlig überraschend eine scharfe Schusswaffe gezogen haben, die er versteckt bei sich gehabt habe, hieß es weiter. 

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Der Angeklagte soll auf die sechs Männer im Alter von damals 35 bis 45 Jahren geschossen und dabei mindestens 13 Schüsse abgegeben haben. Die Opfer erlitten laut Mitteilung Schussverletzungen im Bauch und in den Beinen. Der mutmaßliche Schütze wurde demnach von einem Zeugen in ein Auto gezogen und in Richtung Frankfurt gefahren. Laut einer früheren Mitteilung der Ermittlungsbehörden gehört er keiner Rockergruppierung an. 

Tatverdächtiger war längere Zeit flüchtig

Das mutmaßliche Fluchtfahrzeug wurde kurz danach in einem Gewerbegebiet in der hessischen Gemeinde Eschborn gefunden, wie es damals hieß. Nach der Tat war der mutmaßliche Täter längere Zeit flüchtig. Laut einem Bericht in der «Rheinpfalz» wurde er auch mit einem internationalen Haftbefehl gesucht. 

Das Landgericht Mannheim hat für das Verfahren insgesamt zehn Verhandlungstermine angesetzt. Ein Urteil könnte am 15. Dezember verkündet werden. Die Opfer treten in dem Verfahren laut Gericht nicht als Nebenkläger auf. Zu einem möglichen Strafrahmen für die angeklagten Taten äußerte sich eine Gerichtssprecherin nicht.