Himmelsschauspiel mit Zugabe

Sonnenfinsternis in Hessen: Wo sieht man sie am besten?

Wer am Mittwoch auf einer Anhöhe in Hessen steht, kann gleich zwei Himmelsspektakel beobachten: erst den Mond vor der Sonne, dann ein Sternschnuppen-Feuerwerk. Wo gibt’s die beste Aussicht?

Vereinigung der Sternfreunde e.V. empfiehlt sich die partielle Sonnenfinsternis in Hessen bei Volkssternwarten anzuschauen. (Symbolbil) Foto: Natacha Pisarenko/AP/dpa
Vereinigung der Sternfreunde e.V. empfiehlt sich die partielle Sonnenfinsternis in Hessen bei Volkssternwarten anzuschauen. (Symbolbil)

Bensheim/Frankfurt/Main (dpa/lhe) - Der Himmel hält am 12. August gleich zwei spektakuläre Schauspiele bereit: Am Abend ab etwa 19 Uhr schiebt sich der Mond vor die Sonne und sorgt für eine partielle Sonnenfinsternis. Je nach Standort werden in Deutschland rund 85 bis 90 Prozent der Sonne bedeckt sein. Nur wenige Stunden später folgt der nächste Höhepunkt: Die Perseiden, ein Sternschnuppenstrom, zieht über den Himmel. Doch wo kann man in Hessen am besten dem Mond beim Wandern und den Sternen beim Tanzen zusehen?

Guter Blick von einer Erhöhung

«Wichtig für die Beobachtung ist die freie Sicht nach Nordwesten. Die Sonne steht kurz über dem Horizont, wenn das Maximum der Finsternis eintritt. Zwischen den Häusern, das wird nichts. Ich empfehle: unbewaldete Hügel, Brücken mit freier Sicht nach Nordwesten, größere Kleingartenanlagen», sagt der Vorsitzende der Vereinigung der Sternfreunde (VdS), Uwe Pilz. Aber auch ein Besuch der hessischen Volkssternwarten und deren organisierte Veranstaltungen kann sich lohnen – wenn die Sicht frei ist.

Für die Beobachtung der Sonne, egal von wo, ist eine spezielle Sonnenfinsternisbrille oder ein geeigneter Sonnenfilter nötig. Ein Blick mit bloßem Auge kann die Augen dauerhaft schädigen. Wer noch keine hat, kann online oder beim Optiker noch eine Spezialbrille erwerben – wichtig ist hier die EU-Norm DIN EN ISO 12312-2:2015 mit entsprechender CE-Kennzeichnung.

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Für die Beobachtung ist eine spezielle Sonnenfinsternisbrille nötig. (Symbolbild) Foto: Axel Heimken/dpa
Für die Beobachtung ist eine spezielle Sonnenfinsternisbrille nötig. (Symbolbild)

Sternwarten öffnen ihre Türen

Nicht alle hessischen Sternwarten eignen sich für die Beobachtung der partiellen Sonnenfinsternis. Da die Sonne während des Ereignisses bereits sehr tief über dem Westhorizont steht, versperren an manchen Standorten Bäume oder Gebäude den Blick. Die Hardtwald-Sternwarte in Bad Zwesten, die Urania-Sternwarte Wiesbaden, die Sternwarte Limburg und Burgsolms haben aber freie Horizontsicht und bieten deshalb Sonderveranstaltungen für den Abend an.

Spiegelslustturm in Marburg

Das Himmelsspektakel lässt sich auch gut vom Spiegelslustturm in Marburg beobachten. Die Universität Marburg lädt Besucherinnen und Besucher ein, dort die partielle Sonnenfinsternis sicher mit Schutzbrillen, Teleskopen mit Sonnenfiltern und Projektionen zu verfolgen. Der Mond wird die Sonne dabei um etwa 90 Prozent bedecken. Nach Einbruch der Dunkelheit können die Sternschnuppen beobachtet werden, zudem können mit den Teleskopen weitere Himmelsobjekte erkundet werden.

Auf dem Monte Kali

Auf der Salzhalde Monte Kali bei Heringen im Landkreis Hersfeld-Rotenburg bietet der Förderkreis Werra-Kalibergbau-Museum eine besondere Beobachtung der Sonnenfinsternis an: eine Haldenführung auf das rund 520 Meter hohe Gipfelplateau. Dort können Besucherinnen und Besucher dann das Himmelsereignis ohne Sichteinschränkung erleben. Die Veranstaltung läuft von 18.30 bis 22 Uhr, eine Anmeldung ist erforderlich. Schutzbrillen für die Sonnenfinsternis müssen selbst mitgebracht werden.

Wartturm in Eichenzell

Auch vom Wartturm in Eichenzell lässt sich das astronomische Doppelereignis beobachten. Die Sonne soll dort zu rund 86 Prozent bedeckt sein. Teleskope mit Sonnenfiltern, kostenlose Sonnenfinsternisbrillen und eine Übertragung auf Großbildschirm werden vom Heimatclub «Rhönklub-Zweigverein Eichenzell e.V.» bereitgestellt. Der Eintritt ist frei.

In Kassel gibt es zwei Aussichtspunkte

In Kassel gibt es gleich mehrere Möglichkeiten zur Beobachtung. Auf der Karlswiese vor der Orangerie können Besucherinnen und Besucher die Finsternis mit speziellen Teleskopen und Brillen verfolgen. Nach Einbruch der Dunkelheit steht dort auch die Beobachtung der Perseiden auf dem Programm. Die Veranstaltung läuft von 16 bis 24 Uhr.

Je nach Standort werden hierzulande rund 85 bis 90 Prozent der Sonnenscheibe vom Mond bedeckt. (Symbolbild) Foto: Natacha Pisarenko/AP/dpa
Je nach Standort werden hierzulande rund 85 bis 90 Prozent der Sonnenscheibe vom Mond bedeckt. (Symbolbild)

Der Astronomische Arbeitskreis Kassel lädt außerdem auf das Dach der Grimmwelt ein. Interessierte können dort die bis zu 87-prozentige Bedeckung der Sonne mit gefilterten Teleskopen und Ferngläsern beobachten. Vereinsmitglieder beantworten Fragen zum Himmelsereignis. Der Eintritt ist frei.

Die totale Sonnenfinsternis zu Hause erleben

Eine totale Sonnenfinsternis wird unter anderem einen Streifen quer durch Spanien komplett verdunkeln. Wer dieses Naturwunder aus Deutschland sehen will, kann das vom heimischen Sofa aus machen, zum Beispiel per Livestream der europäischen Raumfahrtbehörde (Esa). Mit Erläuterungen von Harald Lesch ist sie auch in der TerraX-Folge «Sonnenfinsternis über Mallorca» live zu sehen (20.15 bis 21.00 Uhr bei 3sat).