Spielsucht

Sperrdatei «Oasis»: Viele Glücksspieler sperren sich selbst

Im bundesweiten Kampf gegen Spielsucht wurde die Sperrdatei «Oasis» beim Regierungspräsidium Darmstadt eingerichtet. Viele Menschen lassen sich selbst sperren. Aber es kommen auch Hinweise von Dritten.

Eine Person sitzt an einem Spielautomat. Foto: Sebastian Gollnow/dpa
Eine Person sitzt an einem Spielautomat.

Wiesbaden (dpa/lhe) - In der hessischen Sperrdatei für Glücksspieler «Oasis» sind derzeit rund 271.400 Spielersperren aktiv. Davon hat sich der überwiegende Teil - knapp 261.800 Menschen - selbst gesperrt, wie aus der Antwort des Innenministeriums auf eine parlamentarische Anfrage der FDP-Landtagsfraktion hervorgeht. Die Sperrdatei ist ein spielformübergreifendes, bundesweites Instrument zum Schutz von Spielerinnen und Spielern und dient der Bekämpfung der Glücksspielsucht. Es ist beim Regierungspräsidium Darmstadt angesiedelt. Über die Zahl von hessischen Spielerinnen und Spielern in der Datei liegen keine Daten vor.

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Unter den Sperren sind auch rund 9600 Fremdsperren - also wenn jemand nach Hinweisen etwa von Lebenspartnern oder Spielhallen-Personals in die Datei aufgenommen wurde. Laut Glücksspielstaatsvertrages sind Veranstalter und Vermittler von Glücksspielen verpflichtet, gesperrte Spieler auszuschließen. Nach Angaben des Innenministeriums sind 38.500 Betriebsstätten wie Spielhallen oder Spielbanken an die Sperrdatei angeschlossen.

In den zurückliegenden zwölf Monaten seien im Durchschnitt monatlich rund 90 Millionen Systemabfragen durchgeführt worden, erläuterte das Ministerium. Seit 2022 sei es - jenseits von Wartungen - in einem Fall zu einem zehnstündigen Ausfall sowie in sechs weiteren Fällen zu Ausfällen von wenigen Minuten gekommen. «Gründe waren Cyberangriffe, Technik- und Firewall-Probleme.»