Steigende Gewinne - aber wohin steuert die Commerzbank?
Die Commerzbank ist auf Kurs Richtung Rekordgewinn. Doch im Vordergrund steht die von der Unicredit betriebene Übernahme des Dax-Konzerns. Wie geht es weiter für den Vorstand um Bettina Orlopp?
Frankfurt/Main (dpa) - Die Geschäfte liefen zuletzt gut bei der Commerzbank - sicher auch zur Freude der Großaktionärin Unicredit. An diesem Donnerstag (7.00 Uhr) legt der Frankfurter Dax-Konzern die Zwischenbilanz für das dritte Quartal vor. Analysten rechnen mit deutlich besseren Zahlen als ein Jahr zuvor.
Unter dem Strich dürften demnach 864 Millionen Euro Gewinn für den Zeitraum Juli bis September 2026 stehen. Ein Jahr zuvor war der Überschuss im dritten Quartal wegen einer höheren Steuerlast auf 591 Millionen Euro gesunken.
Im ersten Halbjahr des laufenden Jahres hat die Commerzbank ein Rekordergebnis von 1,8 Milliarden Euro eingefahren, im Gesamtjahr sollen es nach bisherigen Angaben mindestens 3,4 Milliarden Euro werden.
Unicredit auf dem Weg zur Übernahme
Doch wie geht es weiter mit Deutschland zweitgrößter börsennotierten Bank, nachdem sich die italienische Unicredit den Zugriff auf knapp die Hälfte der Commerzbank-Anteile gesichert hat? Commerzbank-Chefin Bettina Orlopp, die sich fast zwei Jahre gegen eine Übernahme durch die Unicredit gewehrt hat, bekräftigte Mitte Oktober in einem Podcast der «Zeit», beide Häuser sollten nun «gemeinschaftlich darüber nachdenken, wie der richtige Weg nach vorn aussieht».
In den nächsten Wochen erwartet die Unicredit die noch ausstehenden behördlichen Genehmigungen für ihren Plan, die Commerzbank zu schlucken. Unicredit-Chef Andrea Orcel hat kein Geheimnis daraus gemacht, dass er die Führungsspitze der Commerzbank neu besetzen will. Spekuliert wird über eine außerordentliche Hauptversammlung Ende Januar oder Anfang Februar 2027.